Sondengänger findet zwei extrem seltene Carausius-Denare – Verkauf für 16.000 Pfund

Symbolbild zweier römischer Silberdenare des Carausius bei einem Metalldetektorfund

Kurzfassung

In Westbury-on-Severn in Gloucestershire entdeckte ein Sondengänger im Juni 2023 zwei seltene römische Silberdenare des Carausius. Carausius herrschte von 286 bis 293 n. Chr. als Gegenkaiser über Britannien. Die beiden Münzen wurden 2026 versteigert und erzielten zusammen 16.000 Pfund. Fachleute bewerten sie nicht nur als seltene Sammlerstücke, sondern auch als bedeutende Zeugnisse der Wirtschafts- und Propagandageschichte des spätrömischen Britannien.

Zwei seltene Carausius-Denare bringen 16.000 Pfund

Ein außergewöhnlicher Metalldetektorfund aus England hat bei einer Auktion für Aufsehen gesorgt. Zwei römische Silberdenare des Carausius wurden für zusammen 16.000 Pfund verkauft.

Gefunden worden waren die beiden Münzen bereits im Juni 2023 von einem Sondengänger bei Westbury-on-Severn in Gloucestershire. Der genaue Fundort wurde nicht veröffentlicht.

Die beiden Denare werden in die Regierungszeit von Carausius zwischen 286 und 293 n. Chr. datiert und gelten als ausgesprochen selten.

Wer war Carausius?

Carausius war ursprünglich Offizier der römischen Flotte und wurde mit der Bekämpfung von Piraten im Ärmelkanal beauftragt.

Im Jahr 286 n. Chr. sagte er sich jedoch von der römischen Zentralregierung los und ließ sich selbst zum Kaiser ausrufen. In der Folge kontrollierte er Britannien und zeitweise Teile der nordfranzösischen Küste.

Damit entstand für mehrere Jahre ein faktisch unabhängiges Herrschaftsgebiet innerhalb des Römischen Reiches.

Carausius nutzte Münzen gezielt, um seine Macht zu legitimieren. Seine Prägungen zeigten ihn als rechtmäßigen römischen Kaiser und griffen bewusst Motive und Botschaften aus der traditionellen römischen Bildsprache auf.

Silber statt stark entwerteter Münzen

Besonders bemerkenswert ist die Qualität seiner Silberprägungen.

Während viele römische Münzen dieser Epoche bereits stark entwertet waren und häufig nur noch aus minderwertigem Metall mit dünner Silberschicht bestanden, ließ Carausius vergleichsweise hochwertige Silberdenare prägen.

Nach Einschätzung von Numismatikern war das wahrscheinlich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch gewollt: Carausius wollte sich als Herrscher darstellen, der Stabilität, Wohlstand und verlässliches Geld zurückbrachte.

Die Münzen waren damit weit mehr als einfaches Zahlungsmittel – sie dienten auch als politische Propaganda.

Zwei außergewöhnlich seltene Stücke

Die beiden bei Westbury-on-Severn gefundenen Denare wurden von Fachleuten als „extremely rare“ eingestuft.

Eine der Münzen wurde als außergewöhnlich gut erhalten beschrieben. Bei der zweiten hob das Auktionshaus insbesondere das ungewöhnliche, nach links gerichtete Porträt des Carausius hervor.

Vor der Auktion lag die gemeinsame Schätzung der beiden Münzen bei ungefähr 10.000 Pfund.

Das tatsächliche Ergebnis fiel jedoch deutlich höher aus.

16.000 Pfund Auktionserlös

Zusammen erzielten die beiden Silberdenare schließlich 16.000 Pfund.

Damit übertraf das Auktionsergebnis die Erwartungen erheblich.

Der Fund zeigt einmal mehr, dass der historische und wissenschaftliche Wert einer Münze nicht allein vom Material abhängt.

Seltenheit, Erhaltung, Prägeort, Herrscher, Motiv und historischer Zusammenhang können den Sammlerwert erheblich beeinflussen.

Carausius-Münzen sind begehrte Sammlerstücke

Silberdenare des Carausius gehören zu den gesuchten Prägungen des spätrömischen Britannien.

Dass besonders seltene Exemplare hohe Preise erzielen können, zeigt auch der internationale Münzmarkt. Ein außergewöhnlich seltenes Carausius-Stück mit der Darstellung der kapitolinischen Wölfin und Romulus und Remus wurde im September 2026 beispielsweise für 12.000 US-Dollar verkauft.

Solche Ergebnisse zeigen, wie groß das Interesse an seltenen Prägungen dieses britisch-römischen Gegenkaisers inzwischen ist.

Fund mit Metalldetektor

Für Sondengänger ist die Geschichte besonders interessant, weil beide Münzen bei einer Suche mit dem Metalldetektor entdeckt wurden.

Dabei zeigt der Fall zugleich, wie wichtig die rechtliche Einordnung solcher Funde ist. In Großbritannien können mehrere gemeinsam gefundene Edelmetallmünzen unter das dortige Schatzfundrecht fallen und müssen entsprechend gemeldet werden.

Bei wissenschaftlich bedeutenden Münzen ist außerdem die Dokumentation des genauen Fundortes von großer Bedeutung, weil dadurch historische Zusammenhänge rekonstruiert werden können.

Mehr als nur teure Münzen

Der Auktionswert von 16.000 Pfund ist spektakulär, doch aus historischer Sicht sind die Münzen noch aus einem anderen Grund interessant.

Sie dokumentieren eine ungewöhnliche Phase römischer Geschichte, in der Britannien für mehrere Jahre von einem selbsternannten Kaiser beherrscht wurde.

Carausius setzte Münzen gezielt ein, um seine Herrschaft zu legitimieren und wirtschaftliche Stabilität zu demonstrieren.

Die beiden Denare von Westbury-on-Severn sind damit nicht nur seltene Sammlerstücke, sondern kleine Zeugnisse einer politischen Krise des Römischen Reiches.


Quelle: Global Finds, 13. Oktober 2026: Bericht über die beiden in Westbury-on-Severn entdeckten Carausius-Denare und den Auktionserlös von 16.000 Pfund

Passende Metalldetektoren im Shop ansehen →

Weitere Neuigkeiten

141 römische Goldmünzen entdeckt – drei extrem seltene Eugenius-Solidi im Schatz Minelab stellt GO-FIND-Serie ein – vier beliebte Metalldetektoren vor dem Aus 2.700 Jahre alter Kelten-Armreif vom Glauberg überrascht Forscher Römischer Mars-Tempel nur wenige Zentimeter unter dem Waldboden entdeckt Garrett PRO-Pointer AT Blackline Edition