Der XP ICON und der leistungsstärkere XP ICON X arbeiten mit XP FMF® (Fast Multi Frequency), also gleichzeitiger Mehrfrequenz-Technik. Beide sind bewusst einfach gehalten – einschalten, Programm wählen, loslegen. Ihre eigentliche Stärke liegt jedoch im Audio-System: Wer versteht, wie PWM, Square, Morphing, die Tonprofile und die Reactivity zusammenspielen, hört gute Ziele auch dort, wo andere nur Rauschen wahrnehmen. Dieses Tutorial führt Sie Schritt für Schritt durch das Setup im Feld und erklärt jede Audio-Funktion in der Praxis.
Schnellstart im Feld
In unter einer Minute einsatzbereit – so richten Sie den Detektor vor Ort ein.
Fernbedienung einschalten
Halten Sie die Power-Taste einige Sekunden gedrückt, bis das Display aktiv wird und der Startton erklingt. Der Detektor führt automatisch einen kurzen Frequenz-Scan der gekoppelten Spule durch und wählt einen störungsarmen Kanal.
Programm wählen
Der ICON bietet drei Werksprogramme: Field, Park und Beach. Auf dem Acker starten Sie mit Programm 1 „Field“. Der ICON X stellt sechs Werksprogramme bereit (u. a. Field, Park, Forest, Beach & Surf).
MI-6 Pinpointer koppeln
Öffnen Sie das Einstellungsmenü und wählen Sie das Pinpointer-Symbol. Halten Sie die Einstellungstaste gedrückt, um den Kopplungsmodus zu starten, und dann die Power-Taste des MI-6, bis dessen Seriennummer erscheint. Danach kommt der Pinpointer-Ton direkt über Ihre Funkkopfhörer.
Lautsprecher-Lautstärke anpassen
Bei Nutzung von Funkkopfhörern stellen Sie die externe Lautsprecher-Lautstärke von der Werkseinstellung 5 auf 0. Alle übrigen Werkseinstellungen können Sie zunächst unverändert lassen.
Boden „abhören“
Nehmen Sie sich in einem neuen Gelände ein paar Minuten Zeit und beobachten Sie, wie der Detektor reagiert. So erkennen Sie, ob Sie Empfindlichkeit, Eisen-Lautstärke oder Reactivity nachjustieren sollten.
Grundeinstellungen anpassen
Eisen-Lautstärke
Die Lautstärke des Eisentons ist getrennt regelbar – von stumm bis Maximum (Werkseinstellung 8). Reduzieren Sie den Wert, wenn stark verschmutzter Boden zu viele Eisensignale liefert, ohne die Eiseninformation ganz zu verlieren. So bleiben gute Ziele im Vordergrund.
Empfindlichkeit
Die Empfindlichkeit ist in 25 Stufen einstellbar. In bebauten, urbanen Bereichen oder bei elektromagnetischen Störungen (EMI) hilft ein niedrigerer Wert für einen ruhigeren Lauf. Im Beispiel genügte es, von 25 auf 22 zu gehen, um vereinzelte Fehlsignale an Eisenkanten zu unterdrücken.
PWM, Square & Morphing
Alle ICON-Modelle bieten zwei grundlegende Klangcharakteristiken sowie das Stereo Audio Morphing als Ergänzung:
PWM
Die klassische, sehr dynamische XP-Audio-Antwort. Der Klang trägt Oberton-Informationen, die sich mit Signalstärke und Zielentfernung verändern – informationsreich und für viele die aussagekräftigste Rückmeldung.
Square
Ein glatterer, gleichmäßigerer Toncharakter. Die Lautstärke spiegelt weiterhin die Entfernung wider, der Ton wirkt aber ruhiger – angenehm bei langen Sessions oder unruhigen Böden.
Stereo Audio Morphing
Beim Morphing verändert sich der Klang, während Sie sich dem Ziel nähern: Nahe an der Spule mischen sich zwei Wellenformen zu einem charakteristischen „Morph“. Das vermittelt intuitiv, wie tief bzw. wie weit ein Ziel von der Spule entfernt liegt – ganz ohne Blick auf das Display.
Wichtig: Der volle Stereo-Morphing-Effekt setzt XP-Stereo-Kopfhörer der ST-Serie voraus (z. B. WSA-ST, WSA XL-ST oder WS6-ST). Mit Mono-Kopfhörern hören Sie die Tonänderung nur eingeschränkt.
Audio-Typen 1–6
Die Audio-Typen kombinieren Wellenform (PWM oder Square), Morphing und – auf dem ICON X – zusätzliche Klangverstärkung. Der ICON bietet die Typen 1–3 (Standard-Kurve), der ICON X zusätzlich die Typen 4–6 mit erweiterter Audio-Kurve für feiner abgestufte Rückmeldungen.
PWM, ohne Morphing
Reines PWM ohne Verstärkung. Die Wellenform bleibt konstant, unabhängig von der Entfernung. Werkseinstellung im Park-Programm.
Square mit Morphing
Glatter Square-Klang, kombiniert mit Morphing beim Annähern an das Ziel.
PWM mit Morphing
Wie Typ 1, jedoch mit Morphing – Sie hören die Entfernung deutlich mit. Werkseinstellung im Field-Programm.
PWM, verstärkt ICON X
PWM mit verstärkter Audio-Reaktion (Enhanced Response) – hebt schwächere Signale hervor.
Square, verstärkt ICON X
Square mit Morphing und zusätzlicher Audio-Verstärkung.
PWM, verstärkt + Morphing ICON X
PWM mit Morphing und verstärkter Reaktion. Gute Wahl, um tiefe Ziele akustisch anzuheben.
Tonprofile richtig wählen
Das Tonprofil bestimmt, wie viele Klanginformationen der Detektor über die Leitfähigkeit eines Ziels ausgibt. Beide Modelle bieten Pitch sowie 2, 3, 5 und Full Tones.
| Tonprofil | So arbeitet es |
|---|---|
| Pitch | Nutzt nicht die Leitfähigkeit, sondern die Tiefe: tiefe Ziele erhalten einen tiefen Ton, oberflächennahe einen hohen Ton. |
| 2 Töne | Nur Eisenton und Hochton. Niedrige Leitwerte oberhalb der Diskriminierung werden als Hochleiter (Hochton) ausgegeben. |
| 3 Töne | Eisenton, Mittelton und Hochton. Werkseinstellung im Field-Programm. |
| 5 Töne | Feinere Aufteilung: niedrige Leiter rutschen in eine eigene, tiefere Ton-Kategorie und werden besser unterscheidbar. |
| Full Tones | Gleitende Skala – jeder Leitwert erhält einen eigenen Ton (analoge Charakteristik). Von erfahrenen Sondengängern zum „Lesen“ eines Ziels geschätzt. |
Tabelle bei schmalem Display seitlich scrollbar.
Reactivity: Ziele trennen
Die Reactivity steuert, wie schnell der Detektor den Boden verarbeitet und wie gut er dicht beieinanderliegende Ziele trennt. Liegen ein Eisenteil und ein kleiner Buntmetall-Fund eng zusammen, verschmelzen sie bei einem einzigen Schwung leicht zu einem Signal – eine höhere Reactivity trennt beide wieder auf.
Niedrig (1–2)
Langsamere, ruhigere Verarbeitung mit maximaler Tiefe in sauberem Boden. Eng benachbarte Ziele können jedoch verschmelzen.
Hoch (4–6)
Schnellere Verarbeitung und deutlich bessere Trennung – ideal in verschmutzten, eisenreichen oder von EMI betroffenen Böden. Auf hoher Stufe kommen selbst schwache Ziele am Rand eines Eisensignals noch durch.
Modell-Unterschied: Der ICON regelt die Reactivity von 1 bis 5, der ICON X reicht bis 6 (Bereich 0–6). Nur der ICON X erreicht also die höchste Trennstufe.
Field vs. Park: Kronkorken clever aussortieren
Ein anschauliches Beispiel ist der klassische Kronkorken. Er zeigt, wie stark schon der reine Programmwechsel wirkt – ganz ohne weitere Einstellungen.
Field-Programm
- Gibt den Kronkorken als vermeintlich gutes Ziel klar aus.
- Lässt kleine Buntmetallziele ebenfalls hören.
- Sinnvoll, wenn Sie nichts übersehen möchten.
Park-Programm
- Weist den Kronkorken schon werkseitig ab.
- Lässt kleine, gute Buntmetallziele weiterhin klar hören.
- Spart in müllreichen Flächen (Campingplätze, Hofstellen) viel unnötiges Graben.
ICON vs. ICON X im Vergleich
Beide teilen sich Plattform und Bedienlogik. Der ICON X erweitert den ICON an genau den Stellen, die erfahrene Sondengänger schätzen.
| Merkmal | XP ICON | XP ICON X |
|---|---|---|
| Werksprogramme | 3 + 3 eigene | 6 + 6 eigene |
| Mono-Frequenzen | 4 & 14 kHz | 4, 14 & 28 kHz |
| Audio-Typen | 3 (Standard-Kurve) | 6 (erweiterte Kurve) |
| Reactivity | 1–5 | 0–6 |
| Eisen-Auflösung | 1-Punkt | 0,5-Punkt (feiner) |
| Empfindlichkeit | 25 Stufen | 25 Stufen |
| Diskriminierung | -6 bis 10 | -6 bis 10 |
| Bodenabgleich | Grab / Manuell / Auto | Grab / Manuell / Auto |
| Stiel | S-Telescopic Lite | S-Telescopic Carbon Lite |
| Wasserdicht | bis 5 m (IP68) | bis 5 m (IP68) |
Tabelle bei schmalem Display seitlich scrollbar.
Gemeinsam: FMF®-Mehrfrequenz mit automatischem und manuellem Frequenzwechsel, voll kabelloses Konzept (Spule, Fernbedienung, Kopfhörer), Kompatibilität mit dem DEUS II FMF-Ökosystem (Spulen, ST-Kopfhörer, Pinpointer, Go Terrain App) sowie berührungsloser Pinpoint-Modus mit Audio- und Displayanzeige.
Praxis-Tipps
- Erst hören, dann drehen. Ein paar Testschwünge zeigen, ob der Boden trocken, verschmutzt oder EMI-belastet ist – danach gezielt Empfindlichkeit und Eisen-Lautstärke anpassen.
- Maskierung erkennen. Ein großes Eisenteil kann kleine Buntmetallziele überdecken. Eine höhere Reactivity holt das schwache Ziel am Rand des Eisensignals wieder hervor.
- Programm vor Feineinstellung. Oft löst schon der Wechsel von Field auf Park das Problem „zu viel Müll“, ohne dass Sie einzelne Werte verstellen müssen.
- Tiefe Ziele akustisch anheben. Am ICON X macht Audio-Typ 6 (PWM + Morphing + Verstärkung) tiefe Signale hörbarer.
- Pinpointer nutzen. Sitzt das Ziel im Aushub, findet der gekoppelte MI-6 es schnell – der Ton kommt direkt über die Kopfhörer.








