Das Relikte-Programm (RELIC) ist die Geheimwaffe des XP Deus 2, wenn es um tief liegende, große Funde in mineralisiertem Boden geht – römische Bronzen, mittelalterliche Eisenwaffen, Hufeisen, Beschläge, Kanonenkugeln, große Münzkonglomerate oder Schmiedereste. Es schließt nur den lokalen Boden aus und lässt alle Metalle darüber und darunter durch.
Während Programme wie GENERAL oder DEEP HC den gesamten Bodenbereich zuverlässig ausblenden, geht RELIKTE einen anderen Weg: Es schließt ausschließlich den exakten, lokal eingemessenen Bodenwert aus – alles oberhalb und unterhalb dieser Bodenphase wird als Signal gemeldet. Damit erreicht das Programm Tiefen, die mit klassischen, vollständig bodenausblendenden Programmen nicht möglich wären.
RELIKTE basiert technisch auf derselben Plattform wie Programm 8 GOLD FIELD, nutzt jedoch niedrigere Frequenzen mit Subtraktion für leitfähige Böden. Es ist ab Werk auf „All Metal“ mit niedriger Reaktivität konfiguriert. Das macht es zur ersten Wahl, sobald Sie wissen oder vermuten, dass auf einer Fläche tief liegende, größere Objekte vorhanden sind und Sie nichts mehr verlieren möchten.
Tief vergrabene Targets können Werte annehmen, die dem Boden ähneln – herkömmliche Programme stufen sie dann als Bodensignal ein und blenden sie aus. Genau hier setzt RELIKTE an: Es entfernt nur den lokalen Bodenwert, den Sie zuvor per Grab eingemessen haben. Alles, was eine andere Phase als dieser punktuelle Boden hat, kommt durch – auch wenn es sehr schwach ist.
Daraus ergibt sich gleichzeitig die wichtigste Bedingung: Eine präzise Bodenanpassung per Grab-Funktion ist Pflicht. Ohne sauberen Bodenabgleich arbeitet RELIKTE unsauber, mit ständigen Fehlsignalen. Mit korrekter Bodenkalibrierung dagegen entfaltet das Programm seine volle Tiefenleistung.
Für tief liegende große Massen die Spule bewusst 15–20 cm über dem Boden schwenken. Das umgeht oberflächliche Eisenstörungen und reduziert Bodeneffekte, die tiefe Signale verzerren.
Wer Tiefe vor Trennschärfe priorisiert, senkt die Reaktivität auf 0. Tiefe Targets erzeugen dann längere, deutlich erkennbare Töne. In saubererem Boden ist das ein enormer Tiefenvorteil.
Senken Sie die maximale Frequenz auf 14 kHz, wenn Sie gezielt auf große, tief liegende Objekte arbeiten. Niedrige Frequenzen dringen tiefer ein und sprechen besser auf Massen an.
RELIKTE ist kein Allround-Programm – es ist ein Spezialist. Es spielt seine Stärken überall dort aus, wo Sie tiefe, größere Funde aus historischen Epochen vermuten und der Boden mineralisiert ist oder bereits gut abgesucht wurde.
Bronzefibeln, Hortfunde, größere Bleiobjekte
Waffenreste, Sporen, Beschläge, Hufeisen
Musketenkugeln, Kanonenkugeln, Geschossteile
Bauschutt mit Metallanteilen, Werkzeuge, Eisenwaren
Hochrot, eisenhaltig, magnetisch belastet
Tief liegende Hortfunde mit Massenanteil
Das Werksprogramm ist ein solider Ausgangspunkt – die echte Performance entsteht aber erst durch standortspezifische Anpassung. Drei Szenarien, die sich in der Community und in Tests bewährt haben:
XP weist ausdrücklich darauf hin: Tief liegende Reliktfunde in stark mineralisiertem Boden können ein ähnliches Signal wie Eisen erzeugen. In solchen Fällen IAR-Diskriminierung möglichst niedrig halten oder ganz deaktivieren – sonst riskieren Sie, ausgerechnet die guten, tiefen Targets zu verlieren.
Vor dem Start einen automatischen Frequenz-Scan starten (G.B.-Taste lang drücken). So findet der Deus 2 den ruhigsten Kanal in Ihrer Umgebung.
Mit den Pfeiltasten + / − bis zu Programm 9 navigieren. Die Werkseinstellungen sind bereits ein solider Startpunkt.
Pinpoint-Taste gedrückt halten und die Spule mehrfach auf den Boden „pumpen“, bis sich der Bodenwert stabilisiert. Auf Reliktflächen unbedingt regelmäßig wiederholen.
Sensitivität so hoch wie möglich, aber unter der Instabilitätsschwelle. Hören Sie auf typische Spike-Geräusche – dann eine Stufe zurück.
Tiefe Targets benötigen Zeit. Sweepen Sie langsam, halten Sie die Spule parallel zum Boden – auf Reliktstellen bewusst 10–20 cm darüber.
Tief liegende Massen verraten sich nicht über laute, sondern über lange, gedehnte Signale. Diese sind das eigentliche Erfolgskriterium von RELIKTE.
Bei tiefen, schwachen Signalen die Stelle aus zwei Richtungen anschwenken und die Ziel-ID beobachten. Konsistente Signale aus mehreren Winkeln → graben.
Der Deus 2 bietet mehrere Programme, die auf Tiefe ausgelegt sind. Jedes hat eine eigene Charakteristik – und je nach Boden, Zielobjekt und Suchverhalten ist mal das eine, mal das andere die bessere Wahl.
All Metal mit niedriger Reaktivität, schließt nur den lokalen Boden aus. Spezialist für tiefe große Massen und Eisenfunde. Voraussetzung: präziser Grab-Bodenabgleich.
Auf hohe Leitfähigkeit optimiert – Silber, Kupfer, Münzgruppen. Geeignet für tiefe Münzsuche. Verwirft den gesamten Bodenbereich klassisch.
Schwesterprogramm von RELIKTE für hochmineralisierte Goldböden. Sehr hohe Frequenzen, ideal für kleine Goldnuggets und feine Niedrigleiter.
Allrounder, sehr stabil. Erste Wahl beim Begehen einer neuen Fläche – RELIKTE wird dann gezielt nach dem ersten Durchgang eingesetzt.
Einzelfrequenz wie beim Deus 1. Auf sauberen Inland-Flächen extrem tief, aber empfindlicher gegen Bodenstörungen als RELIKTE.
Full-Tones-Variante für erfahrene Sucher mit dichter Audioinformation. Besser für eisenverseuchte, mineralisierte Areale mit Münzen.
Diese Tipps stammen aus der langjährigen Erfahrung erfahrener Sondengänger, aus US-Civil-War-Feldern, mitteleuropäischen Reliktstellen und der XP-eigenen Anwendungsforschung:
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Andreas Licht
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