Norwegens größter Wikinger-Münzschatz wächst auf über 5.200 Münzen

Wikingerzeitlicher Silbermünzschatz mit tausenden Münzen bei einer archäologischen Ausgrabung in Norwegen

Kurzfassung

Beim Mørstad-Hort in Norwegen wurden inzwischen mehr als 5.200 wikingerzeitliche Silbermünzen geborgen. Entdeckt wurde der Schatz am 10. April 2026 von den Sondengängern Rune Sætre und Vegard Sørlie. Die beiden Finder meldeten den Fund nach den ersten 19 Münzen, woraufhin Archäologen die weitere Bergung übernahmen. Der Hort enthält überwiegend englische und deutsche Silbermünzen sowie Prägungen aus Dänemark und Norwegen und wurde vermutlich um 1046/1047 niedergelegt.

Mehr als 5.200 Silbermünzen: Wikinger-Schatz in Norwegen wächst weiter

Der außergewöhnliche Mørstad-Hort in Norwegen wächst kontinuierlich. Nach Wiederaufnahme der archäologischen Untersuchungen wurden inzwischen mehr als 5.200 wikingerzeitliche Silbermünzen geborgen.

Damit zählt der Fund zu den bedeutendsten Münzschätzen aus der Wikingerzeit in Norwegen. Bereits vor der Sommerpause waren 4.886 Münzen dokumentiert worden. Die Zahl ist inzwischen deutlich gestiegen – und möglicherweise ist das Ende noch nicht erreicht.

Denn bei weiteren Untersuchungen zeigen Metalldetektoren weiterhin Signale in tieferen Bodenschichten.




Entdeckt von zwei Sondengängern

Der Schatz wurde am 10. April 2026 von den beiden Sondengängern Rune Sætre und Vegard Sørlie entdeckt.

Bereits nach den ersten 19 Silbermünzen erkannten die Finder, dass es sich nicht um einen normalen Streufund handeln konnte. Sie stoppten die Suche und informierten die zuständigen Archäologen.

Genau dieses Vorgehen ermöglichte es den Fachleuten, den Fundzusammenhang zu dokumentieren und den Münzhort systematisch zu bergen.

Der Fund ist damit auch ein anschauliches Beispiel dafür, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen verantwortungsvoll arbeitenden Sondengängern und Archäologie ist.




Münzen aus mehreren Ländern Europas

Der Münzschatz besteht nicht nur aus norwegischen Prägungen.

Ein großer Teil der bisher bestimmten Silbermünzen stammt aus:




  • England
  • Deutschland
  • Dänemark
  • Norwegen

Damit zeigt der Fund eindrucksvoll, wie weitreichend die Handels- und Wirtschaftsverbindungen während der Wikingerzeit bereits waren.

Silbermünzen konnten über sehr große Entfernungen zirkulieren und gelangten über Handel, Abgaben, Beute oder andere wirtschaftliche Kontakte nach Skandinavien.




Vier Münzen von Harald Hardråde

Von besonderer Bedeutung für die Datierung sind mehrere Münzen des norwegischen Königs Harald Hardråde.

Vier entsprechende Prägungen helfen dabei, den Zeitpunkt der Niederlegung des Hortes einzugrenzen.

Nach derzeitiger Einschätzung wurde der Schatz ungefähr um 1046 oder 1047 n. Chr. im Boden verborgen.

Damit stammt der Hort aus einer politisch und wirtschaftlich sehr spannenden Phase der späten Wikingerzeit.




Warum wurde der Schatz vergraben?

Warum mehrere tausend Silbermünzen gemeinsam in den Boden gelangten, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Solche Münzhorte konnten als Vermögensreserve dienen und in unsicheren Zeiten verborgen worden sein. Ebenso denkbar ist, dass das Silber für Handel oder größere Zahlungen vorgesehen war.

Fest steht nur: Der ursprüngliche Besitzer holte den Schatz nicht wieder zurück.

Warum dies nicht geschah, lässt sich heute meist nicht mehr eindeutig rekonstruieren.




Suche noch nicht abgeschlossen

Besonders spannend ist, dass die archäologischen Arbeiten offenbar noch nicht beendet sind.

Bei weiteren Untersuchungen wurden erneut Münzen gefunden. Zudem zeigen Metalldetektoren weiterhin Signale tiefer im Boden.

Die endgültige Zahl könnte deshalb noch weiter steigen.

Der aktuelle Stand von mehr als 5.200 Silbermünzen dürfte also möglicherweise noch nicht das Endergebnis sein.




Ein außergewöhnlicher Fund aus der Wikingerzeit

Der Mørstad-Hort ist nicht nur wegen seiner Größe bemerkenswert.

Auch die Zusammensetzung des Schatzes liefert wertvolle Informationen über Handel, Geldumlauf und internationale Verbindungen während der Wikingerzeit.

Die große Zahl ausländischer Münzen zeigt, dass Skandinavien keineswegs isoliert war. Vielmehr bestanden intensive Kontakte zu verschiedenen Regionen Europas.

Für Numismatiker und Archäologen dürfte der Fund deshalb noch über Jahre hinweg wichtiges Forschungsmaterial liefern.

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