45 römische Silberdenare und Goldring auf Gotland entdeckt

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Kurzfassung

Auf der schwedischen Insel Gotland haben Archäologen bei Tofta 45 römische Silberdenare und einen goldenen Fingerring entdeckt. Die Münzen wurden zwischen etwa 98 und 192 n. Chr. geprägt, gelangten aber vermutlich erst im 4. Jahrhundert nach Gotland und wurden wahrscheinlich um 450 n. Chr. zusammen mit dem Goldring niedergelegt. Entdeckt wurde der Hort bei einer archäologischen Untersuchung mit einem Metalldetektor nahe einem Gebäude eines früheren Hofkomplexes.

Auf der schwedischen Insel Gotland ist Archäologen ein außergewöhnlicher Fund gelungen. Bei Ausgrabungen im Bereich des Militärgeländes von Tofta entdeckten sie einen kleinen Schatz mit 45 römischen Silberdenaren und einem Fingerring aus Gold.

Der Fund wurde im Zusammenhang mit archäologischen Untersuchungen gemacht, die vor der Erweiterung des Gotland-Regiments notwendig waren. Die Fundstelle gehört zu einem früheren Hofkomplex, dessen Gebäude teilweise bereits bei früheren Untersuchungen dokumentiert worden waren.

Metalldetektor brachte den entscheidenden Hinweis

Besonders interessant für Sondengänger: Der Schatz wurde tatsächlich mit einem Metalldetektor entdeckt.

Die Untersuchung einer Hausgrundlage aus der Völkerwanderungszeit war nahezu abgeschlossen, als die Archäologen noch einmal mit dem Detektor über den Bereich gingen. Direkt an einem Fundamentstein schlug das Gerät deutlich an.

Beim vorsichtigen Freilegen kam zunächst eine kleine römische Silbermünze zum Vorschein. Nach der Reinigung war darauf das Porträt von Kaiser Antoninus Pius erkennbar. Weitere Signale folgten – am Ende lagen 45 Silberdenare und ein goldener Ring vor.

Münzen von fünf Kaisern und vier Kaiserinnen

Die Münzen stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und wurden während der Regierungszeiten mehrerer römischer Herrscher geprägt.

Vertreten sind Münzen von:



  • Trajan
  • Hadrian
  • Antoninus Pius
  • Marcus Aurelius
  • Commodus

Hinzu kommen Prägungen mit den Kaiserinnen Sabina, Faustina I., Faustina II. und Lucilla.

Die frühesten Münzen wurden in der Regierungszeit Trajans geprägt, die jüngsten unter Commodus. Damit reicht der Prägezeitraum ungefähr von 98 bis 192 n. Chr.

Fast 300 Jahre zwischen Prägung und Niederlegung

Das eigentlich Spannende ist jedoch nicht nur das Alter der Münzen, sondern der Zeitpunkt ihrer Niederlegung.

Nach Einschätzung der Archäologen gelangten die Münzen wahrscheinlich erst im 4. Jahrhundert nach Gotland und blieben dort noch lange im Umlauf. Der gesamte Hort dürfte erst ungefähr um 450 n. Chr. in den Boden gelangt sein.

Damit lagen zwischen der Prägung der ältesten beziehungsweise jüngsten Stücke und der Verbergung zum Teil mehrere Jahrhunderte.

Das zeigt, dass römische Silbermünzen außerhalb des eigentlichen Römischen Reiches über sehr lange Zeit als wertvolles Zahlungsmittel oder Silberreserve genutzt wurden.

Was machte römisches Silber auf Gotland?

Gotland lag weit außerhalb der Grenzen des Römischen Reiches. Dennoch bestand die Insel bereits in der römischen Kaiserzeit und während der Völkerwanderungszeit über weitreichende Handels- und Austauschbeziehungen mit dem europäischen Kontinent.

Römische Denare gelangten auf verschiedenen Wegen nach Skandinavien und wurden dort offenbar über lange Zeit weiterverwendet. Der neue Hort von Tofta ist deshalb ein weiterer Hinweis auf die weitreichenden wirtschaftlichen Verbindungen der Insel.

Goldring stammt wahrscheinlich aus dem 5. Jahrhundert

Neben den Silbermünzen fanden die Archäologen einen goldenen Fingerring.

Nach der bisherigen Einordnung dürfte der Ring aus der Mitte des 5. Jahrhunderts stammen. Damit passt er zeitlich deutlich besser zum vermuteten Zeitpunkt der Niederlegung als die wesentlich älteren römischen Münzen.

Die Kombination aus jahrhundertealten römischen Silbermünzen und einem zeitgenössischen Goldring macht den Fund besonders interessant.

Schatz lag an einem früheren Bauernhof

Die Fundstelle gehört zu einem Hofkomplex, der offenbar aus mehreren Gebäuden bestand. Archäologen gehen davon aus, dass der Hof ungefähr zwischen 150 und 550 n. Chr. genutzt wurde.

Der Schatz wurde im Bereich des Giebels eines der Gebäude beziehungsweise direkt bei einem Fundamentstein entdeckt.

Warum die Münzen und der Ring dort niedergelegt wurden, ist bislang nicht geklärt.

Möglicherweise handelte es sich um eine bewusst versteckte Wertreserve. Ebenso denkbar sind andere Gründe für die Deponierung. Ohne weitere Hinweise lässt sich jedoch nicht sicher sagen, warum der Besitzer den Schatz im Boden zurückließ.

Gotland ist berühmt für seine Silberschätze

Gotland zählt seit langem zu den bedeutendsten Fundregionen für historische Silberhorte in Nordeuropa.

Besonders bekannt ist die Insel für zahlreiche wikingerzeitliche Münz- und Silberschätze. Der Fund von Tofta ist jedoch deutlich älter und zeigt, dass Silber bereits viele Jahrhunderte vor der Wikingerzeit auf Gotland eine wichtige Rolle spielte.


Quelle: https://www.gotlandsmuseum.se/silverdepa-upphittad-i-tofta/

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