Keltischer Silberschatz in Thüringen: Seltene Quinare vom Prager Typ entdeckt

keltische Silbermünzen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr

Kurzfassung

Bei Stadtilm-Singen in Thüringen wurden elf keltische Silbermünzen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. entdeckt. Die Stücke sind numismatisch sogenannte Quinare vom Prager Typ – silberne Halbstücke einer verbreiteten keltischen Münzform. Der Fund gilt als „geschlossener Fund" und ist für Thüringen außergewöhnlich, da aus dem gesamten Bundesland bisher nur rund 80 Exemplare dieser Prägung bekannt waren. Entdeckt wurden die Münzen beim Bau eines Feuerwehrgerätehauses.

In Thüringen ist ein für die Region seltener Münzschatz aus keltischer Zeit ans Licht gekommen. Bei Stadtilm-Singen wurden elf keltische Silbermünzen geborgen, die aus dem ersten Jahrhundert vor Christus stammen und von den Kelten geprägt wurden.


Fund bei Bauarbeiten – bestätigt durch gezielte Nachgrabungen

Entdeckt wurden die Stücke nicht bei einer klassischen Schatzsuche, sondern im Zuge von Baumaßnahmen: Die Münzen kamen im Zusammenhang mit dem Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Stadtilm-Singen bereits im Juli und August des vergangenen Jahres zum Vorschein. Gezielte Nachgrabungen im August 2026 bestätigten den Fundzusammenhang; die Münzen verteilten sich dabei auf einer Fläche von 5,80 mal 1,50 Metern – ein Pflug hatte sie einst auseinandergezogen.


Warum der Fund die Forschung weiterbringt

Numismatisch ordnet das Landesamt die Stücke als sogenannte Quinare vom Prager Typ ein, also silberne Halbstücke einer verbreiteten keltischen Münzform. Das macht den Fund besonders wertvoll: Bislang waren aus ganz Thüringen lediglich rund 80 Exemplare dieser Prägung bekannt. Die zugehörige Prägewerkstatt wird im nordwestlich gelegenen Gothaer Land vermutet, und der Fund lässt sich mit Sicherheit als „geschlossener Fund" einordnen.


Bezug zur Region: keltische Fundplätze in Südthüringen

Für Sondengänger und Geschichtsinteressierte aus unserer Gegend besonders spannend: Der Fundort stellt eine räumliche Verbindung zu den zahlreichen keltischen Fundplätzen in Südthüringen her, darunter die Steinsburg auf dem Kleinen Gleichberg bei Römhild. Dort befand sich eine große keltische Siedlung mit verschiedenen Handwerksstätten; über die systematische Kartierung gleichaltriger Funde lassen sich Rückschlüsse auf Handelswege und Herstellungszentren ziehen.


Weitere Beifunde aus verschiedenen Epochen

Neben dem keltischen Ensemble bargen die Archäologen weitere Objekte, die nicht zum Schatz gehören: einen römischen Denar mit einem Prägezeitraum zwischen 164 und 169 nach Christus, eine frühmittelalterliche Glasperle, ein eisernes Messerfragment sowie eine gefaltete Silbermünze aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.


Fund gemeldet – so soll es sein

Dass ein solcher Fund fachgerecht dokumentiert und der Denkmalpflege übergeben wurde, ist der Idealfall. Wer selbst mit dem Detektor unterwegs ist, sollte wissen: In Thüringen ist für die gezielte Suche nach Bodendenkmalen eine denkmalrechtliche Nachforschungsgenehmigung erforderlich, und verdächtige Funde gehören umgehend beim zuständigen Landesamt gemeldet. So bleiben Fundzusammenhänge erhalten – und Geschichten wie diese können überhaupt erst erzählt werden.

Quelle: Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA); Berichterstattung u. a. Futurezone, Berliner Zeitung, inSüdthüringen.

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