Alles, was Sie über die Diskriminierung beim XP Deus 2 wissen müssen – von der Grundtheorie bis zum fertigen Geländeprogramm. Sachlich, praxisnah und direkt umsetzbar.
Je höher der Disk-Wert, desto aggressiver filtert der Detektor. In der Tiefe werden Signale schwächer und instabiler – ein gutes Ziel kann dabei kurzfristig in den ausgeblendeten Leitwertbereich „rutschen" und wird schlimmstenfalls gar nicht angezeigt. Das ist der direkte Mechanismus des Tiefenverlusts durch Diskriminierung.
Ein flach liegendes Objekt zeigt zuverlässig seinen echten Leitwert. Dasselbe Objekt in 25 cm Tiefe zeigt dagegen springende Werte – oft nahe am Eisenbereich. Ein zu hoher Disk schneidet genau diese unsicheren, tiefen Signale ab, bevor sie als gutes Ziel erkannt werden.
| Disk-Wert | Tiefenwirkung | Eisenverhalten | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| −6,4 bis −1 | Maximal | Alles hörbar, kein Filter. Hohe Fehlsignalgefahr auf mineralisierten Böden. Silencer wird deaktiviert. | Goldsuche, Allmetall, mineralienfreie Böden |
| 0 bis 3 | Sehr hoch | Eisen hörbar (tiefer Ton). Gutes Tiefenpotential, aber viel Grabarbeit. Nägel kommen durch. | Sauber bekannte Flächen, Reliktsuche ohne Eisenverschmutzung |
| 3,1 bis 5,5 | Hoch | Kleine Nägel werden zuverlässig ausgeblendet, größere noch hörbar. Optimale Tiefe für Münzsuche. | Münzsuche, mittelalterliche Fundplätze mit wenig Kleineisen |
| 6 bis 9 | Gut | Standardbereich: solide Eisenunterdrückung bei vertretbarem Tiefenverlust. Empfohlen für negativen Bodenfilter. | Allround, Acker, Parks, eisenverseuchte Gelände mit neg. BF |
| 10 bis 15 | Reduziert | Starke Eisenunterdrückung. Tiefliegende Objekte mit niedrigem Leitwert (Bronze, kleines Silber) riskieren Verlust. | Strandsuche, stark verseucht, nur Hochleitwert-Objekte |
| > 15 | Stark reduziert | Erhebliche Tiefenverluste. Viele gute Ziele werden ausgeblendet, besonders in mineralisierten Böden. | Nur wenn Schrott-Flut keine andere Wahl lässt |
Der XP Deus 2 besitzt eine intelligente IAR-Funktion (Iron Amplitude Rejection). Dabei gilt ein Disk-Wert von 0 bis 5 nur für oberflächennahe Eisenteile – tief liegende Objekte werden trotzdem erfasst und nicht fälschlicherweise diskriminiert. Das bedeutet: Der Detektor erkennt, ob ein Signal aus der Tiefe kommt, und behandelt es entsprechend anders als ein Oberflächensignal.
Seit der grundlegenden Überarbeitung des Systems lassen sich Disk und Bodenfilter vollständig unabhängig voneinander einstellen. Der Silencer bleibt aktiv, auch wenn der Disk niedrig oder im Minusbereich liegt. In V4.1 profitiert dieses System zusätzlich vom neuen Stereo Multi-Processing: Kanal 1 übernimmt die Diskriminierung, Kanal 2 arbeitet tiefen-optimiert – ohne Kompromiss zwischen Tiefe und Trennschärfe.
Die gewählte Frequenz beeinflusst direkt, wie stark sich ein hoher Disk auf die Suchtiefe auswirkt. Im mineralisierten Boden entsteht bei steigender Frequenz ein Camouflage-Effekt: Ein Buntmetallsignal wird zu einem Mischsignal (Eisen + Buntmetall) oder erscheint sogar als reines Eisensignal. Der Disk schneidet dieses verfälschte Signal dann ab – obwohl darunter ein gutes Ziel liegt.
Die Diskriminierung funktioniert beim Deus 2 als Tonunterbrechung: Werte unterhalb des Disk-Niveaus (Boden, Eisen) sind hörbar, ohne den Disk auf −6,4 senken zu müssen. Die Eisenlautstärke regelt separat die Lautstärke dieser diskriminierten Signale – Eisen im Hintergrund mithören, Gutfunde in voller Lautstärke, ohne Tiefenverlust.
Mit V4.0/4.1 geht XP einen gewaltigen Schritt weiter: Das Stereo Multi-Processing führt zwei vollständig unabhängige Erkennungskanäle gleichzeitig bei einem einzigen Spulenschwung aus – ausgegeben links und rechts im Stereo-Kopfhörer. Das bedeutet: Kanal 1 (schnell, diskriminierend) und Kanal 2 (langsam, tiefen-optimiert) arbeiten parallel. Sie hören in einem Ohr die Trennschärfe, im anderen die Tiefe – und müssen diesen Kompromiss nie wieder manuell lösen.
In V4.0/4.1 lassen sich zwei unterschiedliche Reaktivitätswerte gleichzeitig betreiben: Kanal 1 (z. B. Reaktivität 3,0 + höherer Disk) trennt Eisen, Kanal 2 (z. B. Reaktivität 1,0 + niedriger Disk) holt tiefe Ziele heraus. Das ist der erste Metal-Detektor, der diesen bisher erzwungenen Kompromiss komplett auflöst – und der Disk spielt dabei auf beiden Kanälen eine eigenständige Rolle.
Audio Morphing verändert den Ton dynamisch, je näher die Spule einem Ziel kommt – tief liegende Ziele klingen anders als flache, noch bevor man aufs Display schaut. LOW SQUARE ist der neue 4. Audiotyp: verfeinerte Rechteckwelle mit tieferem Klangprofil, jetzt auch für WS6 und WSA II – angenehmer bei langen Suchtagen und präziser bei schwachen Tiefensignalen.
Hohe Reaktivität (z. B. 3,0), höherer Disk (8–12): Schnelle Eisentrennung, zuverlässige Ziel-ID. Ideal für eisenverseuchte Geländeabschnitte. Das ist der klassische Disk-Betrieb – jetzt auf einem dedizierten Kanal.
Niedrige Reaktivität (z. B. 1,0), niedriger Disk (3–5) oder statischer Non-Motion-Modus: Zieht schwache Signale aus der Tiefe heraus, die Kanal 1 übersehen würde. In V4.1 wurde der statische Modus (CH2) mit einem subtilen Tonhöhen-Hinweis verbessert – tief liegende Ziele werden noch besser erkennbar.
| Szenario | Kanal 1 (Disk / Reaktivität) | Kanal 2 (Disk / Reaktivität) | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Eisenreicher Acker | Disk 10 / Reaktivität 3,0 · Pitch | Disk 4 / Reaktivität 1,0 · Low Square | Tiefe + Trennung |
| Mittelalterlicher Fundplatz | Disk 8 / Reaktivität 3,0 | Disk 3 / Non-Motion (statisch) | Max. Zielinfo |
| Park / wenig Eisen | Disk 6 / Reaktivität 1,5 | Disk 3 / Reaktivität 0,5 | Maximale Tiefe |
| Goldsuche | Disk −6,4 (Gold-Modus) | Disk −6,4 / Non-Motion | Kein Tiefenverlust |
Disk: 3–5
Niedrige Reaktivität (2–2,5) für maximale Tiefe. Sens 95–97. Bodenfilter −1. In Praxistests wurden so bis zu 5–6 cm mehr Suchtiefe erzielt und Kupfermünzen in 25 cm Tiefe sicher erfasst.
Disk: 6–9
Negativer Bodenfilter −1 bis −3 aktivieren. Reaktivität 3 für Trennschärfe. Kleine Spule für besseres Durchkommen zwischen Eisenteilen. Mehr gute Ziele neben Eisen ohne übermäßigen Schrott.
Disk: 4–8
Bodenfilter 3–4 für rostende Kronkorken und Aluminiumteile. Bodenabgleich präzise durchführen. Boden-/Eisengrenze nahe 0 halten um unruhigen Lauf zu vermeiden.
Disk: −6,4 (Gold-Modus)
Kein Disk – volle Tiefe. Goldnuggets generieren ähnliche Signale wie Eisen, daher ist ein möglichst niedriger oder deaktivierter Disk zwingend nötig. Kein Tiefenverlust durch Filterung.
Ja, eindeutig. Das ist in der Community vielfach getestet und bestätigt. Der Mechanismus: In der Tiefe werden Signale schwächer und ihr Leitwert instabiler. Ein gutes Ziel kann dabei kurzfristig in den diskriminierten Bereich „rutschen". Ein zu hoher Disk schneidet dieses unsichere Signal dann ab – das Objekt bleibt unentdeckt.
Klassisches Disk-Problem: In der Tiefe hat der Deus 2 den Leitwert instabil eingeschätzt (z. B. 20) und angezeigt. Im Aushub liegt das Objekt jetzt nah an der Spule und zeigt seinen echten Wert (z. B. 6). Liegt der Disk auf 10, wird der Wert 6 still diskriminiert – Signal weg. Lösung: Eisenlautstärke auf mindestens 1–2 stellen, damit diese Fälle hörbar bleiben.
Auf wenig bis mittel eisenhaltigem Acker: Disk 3,1–5,5. Damit werden kleine Nägel zuverlässig ausgeblendet, die Tiefenleistung bleibt hoch. Auf sauberem Weideland lohnt es sich, den Disk sogar auf 0–3 zu senken und mit einer Reaktivität von 2 zu suchen – das kann bis zu 5–6 cm mehr Tiefe bringen.
Auf mineralienarmen Böden (heller Sand, Schiefer, Kalk) und mit korrektem Bodenabgleich: ja, das ist möglich und bringt das physikalische Maximum an Tiefe. Auf mineralisierten Böden führt das jedoch zu einem unruhigen Lauf voller Fehlsignale, in dem leise Tiefensignale untergehen. Hier ist ein Disk von 3–6 in Kombination mit negativem Bodenfilter oft tiefer als ein totaler Allmetall-Betrieb.
Die Reaktionszeit (Recovery Speed) ist der zweite große Tiefenhebel neben dem Disk. Je geringer die Reaktionszeit, desto länger wird ein Signal ausgewertet – das bringt mehr Tiefe. Eine niedrige Reaktivität (2 oder 2,5) in Kombination mit einem niedrigen Disk auf sauberem Gelände ist das stärkste Tiefenprogramm im klassischen Mono-Betrieb. Mit V4.1 und Stereo-Kopfhörern löst das Multi-Processing diesen Kompromiss vollständig auf: Kanal 1 läuft schnell für Trennschärfe, Kanal 2 läuft langsam für maximale Tiefe – beides gleichzeitig.
V4.1 bringt mit dem Stereo Multi-Processing den bislang wichtigsten Tiefenfortschritt: Sie können gleichzeitig einen tiefen Kanal (niedriger Disk, langsame Reaktivität) und einen trennstarken Kanal (höherer Disk, schnelle Reaktivität) betreiben. Dazu kommt der verbesserte statische Modus auf Kanal 2 mit subtiler Tonhöhenkorrektur, der tief liegende Objekte noch besser hörbar macht. Für Nutzer ohne Stereo-Kopfhörer: V4.1 läuft im Mono-Modus wie V3.1 – alle Disk-Empfehlungen aus dieser Seite gelten unverändert.
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Andreas Licht
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