Alle offiziellen Geoportale der 16 deutschen Bundesländer mit LiDAR-Daten, Schummerungskarten und digitalen Geländemodellen – Ihr zentraler Startpunkt für die Geländerecherche.
Light Detection and Ranging: Ein flugzeuggestützter Laserscanner sendet Millionen Laserimpulse pro Sekunde zur Erdoberfläche und misst per Laufzeitmessung (Time-of-Flight), wie lange das reflektierte Licht zurück zum Sensor braucht. Daraus entsteht eine hochgenaue 3D-Punktwolke – selbst unter dichtem Waldbestand werden verborgene Geländestrukturen sichtbar.
Das DGM zeigt die nackte Erdoberfläche ohne Vegetation und Bebauung. Die Daten werden in einem regelmäßigen Raster gespeichert – das DGM1 hat einen Punktabstand von nur 1 Meter und erreicht eine Höhengenauigkeit von ≤ 15 cm auf ebenem Gelände. Fast alle Bundesländer stellen es inzwischen kostenlos bereit.
Die Schummerung (englisch: Hillshade) simuliert einen schrägen Lichteinfall – meist aus Nordwesten – über das Geländemodell. Dadurch entstehen Schatten und Helligkeiten, die selbst kleinste Unebenheiten wie Wälle, Gräben, Hohlwege oder Grabhügel plastisch hervortreten lassen. Die Beleuchtungsrichtung lässt sich in GIS-Software frei einstellen.
Bei der archäologisch relevanten Variante, dem Airborne Laser Scanning (ALS), tastet ein in einem Flugzeug oder Hubschrauber montierter Laserscanner den Boden im Tiefflug ab. Der Sensor sendet dabei Millionen Laserimpulse pro Sekunde aus und misst für jeden einzelnen die Laufzeit bis zur Rückkehr des reflektierten Lichts (Time-of-Flight). Aus dieser Zeit und der bekannten Lichtgeschwindigkeit ergibt sich die exakte Entfernung – und damit die Höhe jedes einzelnen Messpunktes.
Ein Teil der Impulse wird bereits von Blättern und Ästen zurückgeworfen, ein anderer dringt durch Lücken im Blätterdach bis zum Waldboden vor. Für das digitale Geländemodell werden gezielt nur die jeweils tiefsten Reflexionspunkte pro Fläche ausgewertet – die Vegetation wird also regelrecht „herausgerechnet". Genau deshalb werden unter dichtem Wald verborgene Wälle, Gräben und Hügel überhaupt erst sichtbar.
LiDAR hat die Archäologie in bewaldeten Regionen weltweit revolutioniert – von den Maya-Städten Mittelamerikas über die Khmer-Anlagen Kambodschas bis zu römischen Befestigungen und Wegenetzen in Mitteleuropa. Was jahrhundertelang unter Bewuchs verborgen lag, tritt im Geländemodell klar hervor.
Eine auffällige Struktur auf der Schummerungskarte ist erst der Anfang. Bevor der Spaten in die Erde geht, gehören drei Dinge geklärt – am besten in dieser Reihenfolge:
Denkmalschutz und Genehmigungspflicht sind in jedem Bundesland anders geregelt. Wer legal sucht, prüft das vorab – sonst drohen empfindliche Strafen.
Gesetze & GenehmigungWaldboden, Acker oder mineralisierter Untergrund – jedes Gelände stellt andere Anforderungen. Unsere Kaufberatung führt Sie in wenigen Schritten zum richtigen Gerät.
Zur KaufberatungÜber 30 Jahre Praxis als aktive Sondengänger stecken in unserer Beratung. Schildern Sie uns Ihr Vorhaben – wir finden die passende Ausrüstung.
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Alle abgebildeten Strukturen sind eingetragene Bodendenkmäler und für jeden Sondengänger tabu!
© Daten: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege & Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung
In diesen Portalen werden neben der LiDAR-Schummerung auch eingetragene Bau- und Bodendenkmäler eingeblendet – diese Flächen sind gesetzlich geschützt und werden selbstverständlich weiträumig gemieden. Die Qualität der Daten und die Bedienbarkeit variieren von Bundesland zu Bundesland erheblich.
Einer der besten Viewer Deutschlands. Schummerung (Relief) direkt einblendbar, Bodendenkmäler als eigener Layer. Sehr gute Auflösung und einfache Bedienung.
Zum BayernAtlas (öffnet in neuem Tab)Der zentrale GDI-Viewer Berlins. Für Sondengänger eher randständig, aber vollständige Geodateninfrastruktur mit Luftbildern, Stadtplänen und Umweltdaten.
Zum Geoportal Berlin (öffnet in neuem Tab)Geobasis Brandenburg mit interaktivem Viewer. Relief-Schummerung verfügbar, gut geeignet für die Erkundung der brandenburgischen Heidelandschaften und Seen.
Zum BB-Viewer (öffnet in neuem Tab)Das Stadtgebiet Bremen ist flächenmäßig überschaubar. Höhenmodelle werden als Produktseite angeboten, Downloads verfügbar. Für das Umland empfiehlt sich der Niedersachsen-Viewer.
Zum Bremer Geoportal (öffnet in neuem Tab)Hamburg stellt sein Digitales Höhenmodell DGM1 über das Transparenzportal bereit. Als Stadtgebiet begrenzt, aber vollständig erfasst und frei herunterladbar unter offener Lizenz.
Zum Transparenzportal (öffnet in neuem Tab)Der hessische Bodenviewer gilt als einer der besten LiDAR-Viewer Deutschlands. Hochauflösendes DGM mit Schummerung, Wolfsgruben, Hohlwege und historische Strukturen sind sehr gut erkennbar.
Zum Bodenviewer (öffnet in neuem Tab)Das Geoportal MV bietet Zugang zu Geodaten des Bundeslandes. Für die flache Küstenregion und die Seenlandschaft geeignet – Dünenstrukturen und alte Siedlungsreste lassen sich erkennen.
Zum Geodatenviewer MV (öffnet in neuem Tab)Niedersachsen stellt sein DGM1 seit 2021 vollständig kostenfrei unter der Lizenz CC BY 4.0 bereit. Daten im Cloud-Optimized GeoTIFF-Format, Höhengenauigkeit ≤ 15 cm. Zusätzlich historische Karten verfügbar.
Zum OpenGeoData NI (öffnet in neuem Tab)NRW ist vorbildlich aufgestellt: TIM-Online bietet eine sehr gut aufgelöste Schummerungskarte direkt im Browser. Dazu gibt es die LiDAR-Rohdaten mit 1 m Genauigkeit kostenlos zum Download – ideal für QGIS.
Zu TIM-Online NRW (öffnet in neuem Tab)Das Landesamt für Geologie und Bergbau bietet einen interaktiven Kartenviewer mit Schummerungsebene. Besonders für das Hunsrück, die Eifel und den Westerwald geeignet – historisch reich an Strukturen.
Zum MapClient RLP (öffnet in neuem Tab)Das Saarland bietet seine Geodaten über einen Webshop an. Der Zugang zu hochaufgelösten DGM-Daten ist kostenpflichtig. Als kleinstes Flächenland Deutschlands dennoch mit interessanten historischen Strukturen im Saarland.
Zum LVGL-Shop Saarland (öffnet in neuem Tab)Sachsen bietet sowohl einen gut bedienbaren DGM-Layer im Sachsenatlas mobil als auch das vollständige Geoportal Sachsen. Historisch sehr reich – Erzgebirge, Vogtland und Lausitz mit zahlreichen Strukturen.
Zum GeoViewer Sachsen (öffnet in neuem Tab)Sachsen-Anhalt verfügt über einen DGM-Viewer – die Auflösung ist für große Strukturen wie Hohlwege und Wallbefestigungen ausreichend. Das LVermGeo stellt zusätzlich DGM5-Reliefschummerung als WMS bereit.
Zum Viewer Sachsen-Anhalt (öffnet in neuem Tab)Schleswig-Holstein bietet das DGM1 als kostenfreien Download. Die Downloadseite ermöglicht den kachelweisen Abruf der Daten. Besonders für Küstenbereiche, Knicks und Hügelgräber der Region interessant.
Zum DGM1-Download SH (öffnet in neuem Tab)Thüringen hat sein DGM auf 1 m Auflösung verbessert und stellt es im Geoportal bereit. Reliefkarte direkt im Browser einblendbar. Rohdaten (LiDAR, 1 m) werden ebenfalls kostenlos bereitgestellt – ideal für QGIS-Nutzer.
Zum Thüringen Viewer (öffnet in neuem Tab)Nach einem Relaunch ist das Geoportal BW gut nutzbar. Relief mit Schummerung einfach einblendbar, WMS-Einbindung möglich. Für schwarzwälderische Wälder, Schwäbische Alb und Römerstrukturen sehr aufschlussreich.
Zum Geoportal BW (öffnet in neuem Tab)Wo stehen Sie gerade? Wählen Sie Ihren Weg – wir zeigen Ihnen, was Sie für den nächsten Schritt brauchen.
Vor dem ersten Spatenstich: Genehmigung des Grundstückseigentümers einholen und die Rechtslage Ihres Bundeslandes prüfen – Gesetze & Genehmigung.
Wenn Sie die Rohdaten herunterladen, benötigen Sie geeignete Software zur Visualisierung. Hier eine Übersicht bewährter Werkzeuge:
Standardmäßig leuchten alle Viewer von Nordwesten. In eigenem GIS die Lichtquelle auf verschiedene Winkel stellen – manche Strukturen werden erst bei seitlichem Licht sichtbar.
LiDAR-Schummerung mit historischen Karten oder Luftbildern zu überlagern gibt wertvolle Zusatzinformationen. Die meisten Viewer erlauben die Transparenzeinstellung mehrerer Layer.
In Bayern und einigen weiteren Bundesländern können Bodendenkmäler direkt im Geoportal als eigener Layer eingeblendet werden. Diese Flächen sind gesetzlich geschützt und werden gemieden.
Interessante Stellen im Viewer per Rechtsklick mit Koordinaten notieren und in GPS-Apps übertragen. Viele Viewer bieten auch direkten Export zu Google Earth oder GPS-fähigen Formaten.
Gesetzlicher Schutz von Bodendenkmälern: In Deutschland sind Bodendenkmäler durch die Denkmalschutzgesetze der Bundesländer geschützt. Jede Veränderung, Beschädigung oder Entfernung ohne behördliche Genehmigung ist verboten und kann strafrechtlich verfolgt werden.
Verbot der illegalen Suche: Das gezielte Suchen nach Bodendenkmälern mit Metalldetektoren ohne behördliche Genehmigung ist verboten. Bei Funden gilt das Schatzregal – Gegenstände werden Staatseigentum. Verstöße können Bußgelder und Freiheitsstrafen nach sich ziehen.
Meldepflicht für Zufallsfunde: Wer zufällig auf ein Bodendenkmal oder einen archäologischen Fund stößt, ist gesetzlich zur unverzüglichen Meldung an die zuständige Denkmalbehörde verpflichtet. Der Fundort darf bis zur fachkundigen Begutachtung nicht verändert werden.
Haftungsausschluss: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Rechtsberatung dar. Wir übernehmen keine Haftung für Handlungen, die gegen geltende Gesetze verstoßen. Für rechtsverbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die zuständigen Behörden oder einen Rechtsanwalt.
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