Militaria suchen mit dem Metalldetektor: Recht, Sicherheit & die richtige Ausrüstung
Der Praxis-Leitfaden für die Suche nach Militaria und militärhistorischen Relikten in Deutschland – mit Rechtslage, richtigem Verhalten bei Munitionsfunden, geeigneten Metalldetektoren und Tipps zu Recherche, Dokumentation und Konservierung.
Das Wichtigste in Kürze
- Erlaubt, aber geregelt: Die Militaria-Suche mit dem Metalldetektor ist in Deutschland nicht grundsätzlich verboten. Sie benötigen aber immer die Zustimmung des Grundstückseigentümers und – je nach Bundesland – eine Nachforschungsgenehmigung der Denkmalbehörde.
- Schatzregal in allen 16 Bundesländern: Archäologisch bedeutende Funde gehören dem Land. Bayern hat das Schatzregal 2023 als letztes Bundesland eingeführt.
- Munition niemals anfassen: Bei Verdacht auf Kampfmittel Fundstelle markieren, Abstand halten und die Polizei unter 110 rufen.
- Erkennungsmarken & Gebeine: Suche sofort beenden, nichts verändern, Polizei informieren. Das Bundesarchiv kann über Erkennungsmarken Namen ermitteln.
- Ausrüstung: Gefragt sind Metalldetektoren mit sauberer Eisenanzeige, guter Tiefe und präzisem Pinpointing – zum Beispiel Multifrequenzgeräte wie XP DEUS II oder Minelab Manticore.
Die Suche nach historischen Militärgegenständen gehört zu den bekanntesten Bereichen der Sondengängerei. Uniformknöpfe, Koppelschlösser, Abzeichen, Ausrüstungsteile oder persönliche Gegenstände von Soldaten erzählen oft bewegende Geschichten und geben einen sehr direkten Einblick in die Vergangenheit.
Gleichzeitig ist die Militaria-Suche der sensibelste Bereich des Hobbys. Denkmalschutz, Strafrecht, die Würde der Kriegstoten und vor allem die Gefahr durch Kampfmittel verlangen Fachwissen und ein besonders verantwortungsvolles Vorgehen. Dieser Leitfaden fasst zusammen, was Sie vor der ersten Suche wissen müssen.
Verdächtige Gegenstände niemals bewegen, reinigen oder transportieren. Bei jedem Verdacht auf Munition oder Kampfmittel: Fundstelle markieren, Abstand halten und sofort die Polizei (110) verständigen. Kein Fundstück ist es wert, ein Risiko durch Kampfmittel einzugehen.
Was versteht man unter Militaria?
Militaria sind historische Gegenstände militärischen Ursprungs: Teile von Uniformen und Ausrüstung, Abzeichen, Orden, Erkennungsmarken, Munitionsreste und persönliche Dinge von Soldaten. Bei Bodenfunden spricht man oft auch von Relikten oder Militärrelikten. In Deutschland stammen die meisten Funde aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, je nach Region aber auch aus deutlich älteren Konflikten.
- Uniformknöpfe
- Koppelschlösser
- Erkennungsmarken
- Orden & Abzeichen
- Ausrüstungsteile
- Patronenhülsen
- Feldflaschen & Kochgeschirre
- Helme
- Münzen aus Militärlagern
- persönliche Gegenstände
Typische Militaria-Funde nach Epoche
Dreißigjähriger Krieg
Bleikugeln von Musketen und Pistolen, Schnallen, Beschlagteile und Münzen aus Lagern und Durchzugsgebieten.
Napoleonische Kriege
Uniformknöpfe, teils mit Regimentsnummer, Bleigeschosse, Ausrüstungsbeschläge und Münzen entlang der Marschrouten.
Deutsch-Französischer Krieg
Knöpfe, Geschosse der Zündnadel- und Chassepot-Gewehre sowie Ausrüstungsteile aus Übungs- und Lagerplätzen.
Erster Weltkrieg
Knöpfe, Abzeichen, Erkennungsmarken, Schrapnellkugeln und Hülsen – häufig auf früheren Truppenübungsplätzen und Kasernengeländen.
Zweiter Weltkrieg
Koppelschlösser, Erkennungsmarken, Hülsen, Splitter und Ausrüstung – hier ist das Risiko durch scharfe Munition am größten.
Nachkriegszeit
Relikte der Besatzungs- und Stationierungszeit, etwa Abzeichen und Ausrüstung alliierter Truppen, im Umfeld früherer Standorte.
Der Reiz liegt selten im Materialwert. Ein einfacher Uniformknopf oder eine Erkennungsmarke kann Hinweise auf Truppenteile, Einsatzorte oder ein persönliches Schicksal liefern – vorausgesetzt, der Fundzusammenhang wird sauber dokumentiert.
Warum fasziniert die Militaria-Suche so viele Sondengänger?
Viele Sondengänger interessieren sich weniger für den Wert eines Fundes als für seine Geschichte. Gegenstände, die Jahrzehnte oder Jahrhunderte im Boden lagen, schaffen eine direkte Verbindung zu den Menschen, die sie getragen haben, und können Wissenslücken der Regionalgeschichte schließen.
Dabei sollte stets bewusst bleiben: Es handelt sich um Zeugnisse von Krieg, Leid und Tod. Ein respektvoller Umgang mit Fundstücken und Fundorten ist deshalb selbstverständlich.
Ist die Militaria-Suche in Deutschland erlaubt? Die Rechtslage
Ein einheitliches Bundesgesetz für die Suche mit dem Metalldetektor gibt es nicht. Maßgeblich sind die Denkmalschutzgesetze der 16 Bundesländer, die sich teilweise deutlich unterscheiden. Hinzu kommen Eigentums-, Natur- und Waldrecht.
Nachforschungsgenehmigung – das zentrale Stichwort
In den meisten Bundesländern ist die gezielte Suche nach Bodendenkmälern genehmigungspflichtig. Die Erlaubnis heißt meist „Nachforschungsgenehmigung“ (NFG) und wird vom Landesamt für Denkmalpflege bzw. der unteren Denkmalschutzbehörde erteilt. In manchen Ländern, etwa Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen, sind eine Schulung oder ein persönliches Gespräch Voraussetzung, und die Zahl neuer Genehmigungen pro Jahr ist begrenzt. Wer ohne erforderliche Genehmigung sucht, handelt ordnungswidrig.
Worauf Sie in jedem Fall achten müssen
- Zustimmung des Grundstückseigentümers – ohne Einverständnis ist das Suchen unzulässig, idealerweise schriftlich.
- Denkmalschutzgesetz des Bundeslandes beachten und ggf. eine Nachforschungsgenehmigung einholen.
- Meldepflicht für archäologisch bedeutsame Funde gegenüber der Denkmalbehörde.
- Schatzregal: Inzwischen gilt in allen 16 Bundesländern ein Schatzregal – bedeutende Funde gehen mit der Entdeckung in das Eigentum des Landes über.
- Weitere Vorschriften wie Natur- und Landschaftsschutz, Wald- und Fundrecht gelten zusätzlich – eine Denkmalgenehmigung ersetzt sie nicht.
- Schlachtfelder, Lagerplätze, Kriegsgräberstätten und eingetragene Bodendenkmäler sind meist besonders geschützt – dort ist die Suche ohne Genehmigung verboten.
Informieren Sie sich vor jeder Suche bei der zuständigen Denkmalbehörde. Die Rechtslage ändert sich – im Zweifel gilt deren Auskunft.
Kampfmittel: die größte Gefahr bei der Militaria-Suche
Der entscheidende Unterschied zwischen allgemeiner Schatzsuche und Militaria-Suche ist die Gefahr durch Kampfmittel. Mehr als 80 Jahre nach Kriegsende liegen noch große Mengen Munition im Boden: Allein der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen verzeichnete für 2025 rund 231 Tonnen Kampfmittelfunde.
- Gewehr- & Pistolenmunition
- Handgranaten
- Mörsergranaten
- Artilleriegeschosse
- Panzerfäuste
- Sprengkörper
- Zünder
- Bombenblindgänger
Viele dieser Gegenstände sind trotz ihres Alters weiterhin gefährlich. Munition kann über Jahrzehnte sprengfähig bleiben – Korrosion macht Munition nicht ungefährlich, häufig sogar instabiler. Selbst erfahrene Sondengänger können oft nicht zweifelsfrei erkennen, ob ein Fundstück noch explosiv ist.
Niemals berühren, bewegen, reinigen oder transportieren. Wurde versehentlich etwas aufgehoben: vorsichtig wieder ablegen – niemals werfen.
- Suche sofort einstellenNicht weitergraben und ausreichend Abstand halten.
- Fundstelle markieren & sichernStelle kennzeichnen, GPS-Position notieren und Unbefugte fernhalten.
- Polizei unter 110 verständigenGenaue Ortsangabe machen und den Anweisungen folgen. Die Meldung ist für Sie kostenfrei.
- Begutachtung abwartenDie Polizei verständigt den Kampfmittelräum- bzw. Kampfmittelbeseitigungsdienst des Bundeslandes.
Bereits der bloße Verdacht reicht für eine Meldung aus. Wer Kampfmittel nicht meldet oder mitnimmt, kann sich strafbar machen und gefährdet andere. Die zuständigen Dienste aller Bundesländer finden Sie in unserer Übersicht Verhalten beim Auffinden von Kampfmitteln.
Erkennungsmarke oder menschliche Überreste gefunden – was tun?
Gelegentlich stoßen Sondengänger auf Erkennungsmarken oder sogar menschliche Überreste. Dann endet die Suche sofort. Lassen Sie die Fundstelle unverändert und informieren Sie umgehend die Polizei.
Die Aufgaben der früheren Deutschen Dienststelle (WASt) nimmt heute das Bundesarchiv wahr (Abteilung Deutsches Reich, Standort Berlin-Tegel). Es ermittelt anhand von Erkennungsmarken die Namen der früheren Träger. Gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. werden so auch Jahrzehnte später noch Kriegstote identifiziert und würdig umgebettet.
Warum jeder einzelne Fund zählt
Eine fachgerecht gemeldete Erkennungsmarke kann das Schicksal eines Vermissten klären und Angehörigen nach langer Zeit Gewissheit geben. Wer einen solchen Fund eigenmächtig mitnimmt oder die Fundstelle stört, zerstört genau die Hinweise, die für eine Identifizierung nötig sind.
Militaria sammeln: strafrechtliche Grenzen
Sammeln, Kaufen und Verkaufen historischer Militaria ist in Deutschland grundsätzlich legal. Strafbar wird es, wenn Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen öffentlich verwendet oder verbreitet werden (§ 86a StGB). Ausnahmen gelten unter anderem für Wissenschaft, Forschung, Lehre und die historische Berichterstattung.
- Verbotene Symbole müssen bei öffentlicher Präsentation, auf Fotos in Foren und beim Verkauf unkenntlich gemacht werden.
- Sammlungen mit solchen Kennzeichen sollten nicht öffentlich wahrnehmbar aufbewahrt werden – auch nicht im Schaufenster oder einsehbaren Raum.
- Scharfe Munition, Sprengstoff und als Waffe nutzbare Teile unterliegen zusätzlich dem Waffen-, Sprengstoff- und Kriegswaffenkontrollrecht – sie gehören nicht in eine Sammlung.
Diese Hinweise dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Im Zweifel sollten Sie fachkundigen Rat einholen.
Welcher Metalldetektor eignet sich für die Militaria-Suche?
Für die Militaria-Suche eignet sich ein Metalldetektor mit sauberer Eisenanzeige, guter Tiefenleistung, stabilem Lauf auf mineralisierten Böden und präzisem Pinpointing. Weil ein großer Teil militärischer Relikte aus Eisen besteht, verzichten erfahrene Sucher meist auf eine starke Eisenausblendung – sonst bleiben Helme, Ausrüstungsteile oder Erkennungsmarken aus Zink und Eisen unentdeckt. Auf früheren Lager- und Kampfgebieten bedeutet das allerdings viel Eisenschrott: Geduld und ein Gerät mit gutem Trennvermögen zahlen sich aus.
Bewährt haben sich vielseitige Multifrequenzgeräte sowie spezielle Tiefensuchgeräte für größere Objekte. Welches Gerät passt, hängt von Bodenart, Budget und Einsatzgebiet ab.
XP DEUS II 34 FMF RC WSA ST – Komplettset
Kabelloses FMF-Multifrequenzgerät mit eigenem Relikte-Programm, hervorragender Eisenanzeige und feinem Pinpointing – die vielseitige Wahl für die Militaria-Suche.
Zum ProduktMinelab Manticore – High-End-Metalldetektor
Leistungsstarke Multifrequenz-Technologie mit großer Tiefe und sehr stabilem Lauf auf mineralisierten Böden – ideal für anspruchsvolle Relikt- und Eisenfundgebiete.
Zum ProduktXP XTREM Hunter XTR 115 – Komplettset
Tiefensuchgerät für tief liegende, größere Metallmassen – die Ergänzung, wenn auf früheren Lager- oder Kampfgebieten in größere Tiefen gesucht werden soll.
Zum ProduktUnsicher, welches Gerät zu Ihrem Suchgebiet passt? Wir beraten Sie persönlich – aus über 30 Jahren eigener Praxis als Sondengänger.
Recherche vor der Suche: Wo findet man Militaria?
Erfolgreiche Militaria-Suche beginnt am Schreibtisch. Frühere Lagerplätze, Feldstellungen, Nachschubwege oder Truppenbewegungen lassen sich durch gründliche Recherche eingrenzen – prüfen Sie dabei stets, ob das Gebiet geschützt ist oder ein Suchverbot besteht.
Karten, Luftbilder & LiDAR
Historische Karten, Kriegsluftbilder und LiDAR-Daten der Geoportale zeigen Stellungen, Schützengräben und Bombentrichter.
Archive & Literatur
Kriegstagebücher, Regimentsgeschichten, Ortschroniken und Archivunterlagen liefern den historischen Kontext.
Zeitzeugen & Ortskenntnis
Berichte von Zeitzeugen, Heimatvereinen und Landwirten ergänzen die schriftlichen Quellen.
Funde richtig dokumentieren
Ohne Fundzusammenhang verliert ein Fund einen großen Teil seines historischen Werts. Notieren Sie deshalb zu jedem Stück:
- Fundort (GPS-Koordinaten) und Datum
- Fundtiefe und Bodenbeschaffenheit
- Fotos vor und nach der Bergung, mit Maßstab
- Beschriftungen, Stempel, Herstellerzeichen oder Nummern
Militaria-Funde reinigen und konservieren
Viele Funde waren jahrzehntelang Feuchtigkeit, Dünger und Bodensäuren ausgesetzt. Falsche Reinigung zerstört Beschriftungen und Oberflächen unwiederbringlich. Ausführliche Methoden finden Sie in unserem Ratgeber Reinigung & Konservierung von Bodenfunden. Grundsätzlich gilt:
- zunächst nur trocken und vorsichtig reinigen
- keine aggressiven Chemikalien verwenden
- Rost nicht gewaltsam entfernen – für Eisen eignet sich eine schonende Elektrolyse
- Beschriftungen und Stempelungen schützen
- seltene oder empfindliche Objekte fachgerecht begutachten und konservieren lassen
Wichtig: Munitionsteile werden niemals gereinigt oder elektrolytisch behandelt – sie gehören zum Kampfmittelräumdienst.
Ethische Verantwortung bei der Militaria-Suche
Hinter vielen Funden stehen persönliche Schicksale, Leid und Verlust. Ein respektvoller Umgang mit Fundstücken und Fundorten ist deshalb selbstverständlich – besonders an Orten mit Bezug zu Gefallenen oder Kriegsgräbern. Verantwortungsvolle Sondengänger arbeiten mit Denkmalbehörden zusammen und leisten so oft einen wertvollen Beitrag zur Regionalgeschichte.
Häufige Fragen zur Militaria-Suche
Ist die Suche nach Militaria mit dem Metalldetektor in Deutschland erlaubt?
Ja, grundsätzlich schon – aber nur mit Zustimmung des Grundstückseigentümers und unter Beachtung des Denkmalschutzgesetzes des jeweiligen Bundeslandes. In den meisten Bundesländern ist für die gezielte Suche eine Nachforschungsgenehmigung der Denkmalbehörde nötig. Auf Bodendenkmälern, Schlachtfeldern und Kriegsgräberstätten ist die Suche ohne Genehmigung verboten.
Brauche ich eine Genehmigung für die Militaria-Suche?
In den meisten Bundesländern ja. Die Nachforschungsgenehmigung wird beim Landesamt für Denkmalpflege oder der unteren Denkmalschutzbehörde beantragt. Teilweise sind eine Schulung oder ein persönliches Gespräch Voraussetzung. Fragen Sie vor der ersten Suche bei Ihrer zuständigen Behörde nach.
Darf ich gefundene Militaria behalten?
Das hängt vom Fund ab. Archäologisch oder historisch bedeutende Funde fallen in allen 16 Bundesländern unter das Schatzregal und gehören dem Land; sie müssen gemeldet werden. Bei einfachen Funden sind die Rechte des Grundstückseigentümers und das Fundrecht zu beachten. Munition, Waffenteile und Erkennungsmarken dürfen Sie nicht einfach mitnehmen.
Was mache ich, wenn ich Munition finde?
Nicht berühren, nicht bewegen, nicht reinigen. Suche einstellen, Fundstelle markieren, Abstand halten und die Polizei unter 110 anrufen. Die Polizei verständigt den Kampfmittelräumdienst. Die Meldung ist für Sie kostenfrei.
Ist alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg heute noch gefährlich?
Ja. Munition kann über Jahrzehnte sprengfähig bleiben, und Korrosion kann Zünder und Sprengstoff sogar instabiler machen. Ob ein Fundstück noch explosiv ist, lässt sich von außen nicht sicher erkennen – deshalb gilt jeder Verdacht als Ernstfall.
Was tun mit einer gefundenen Erkennungsmarke?
Wird die Marke zusammen mit menschlichen Überresten gefunden, Suche sofort beenden und die Polizei verständigen. Einzelne Erkennungsmarken können Sie dem Bundesarchiv melden, das die Aufgaben der früheren Deutschen Dienststelle (WASt) übernommen hat und die Namen früherer Träger ermittelt. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterstützt bei Kriegstoten.
Darf ich Funde mit NS-Symbolen sammeln oder verkaufen?
Besitz und Sammeln sind grundsätzlich erlaubt. Öffentlich gezeigt, verbreitet oder zum Verkauf angeboten werden dürfen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen jedoch nur unkenntlich gemacht (§ 86a StGB), außer in gesetzlichen Ausnahmen wie Wissenschaft und Lehre.
Welcher Metalldetektor eignet sich für Militaria?
Gut geeignet sind Multifrequenz-Metalldetektoren mit sauberer Eisenanzeige, guter Tiefe und präzisem Pinpointing, etwa der XP DEUS II oder der Minelab Manticore. Für große, tief liegende Objekte kommen Tiefensuchgeräte wie der XP XTREM Hunter infrage.
Sollte ich bei der Militaria-Suche Eisen ausblenden?
Meist nicht vollständig. Viele Militaria bestehen ganz oder teilweise aus Eisen – etwa Helme, Ausrüstungsteile und Beschläge. Erfahrene Sucher lassen Eisen deshalb hörbar oder nutzen nur eine leichte Diskriminierung und unterscheiden Signale per Ton.
Fazit
Die Militaria-Suche mit dem Metalldetektor verbindet historische Forschung, spannende Entdeckungen und die Chance, vergangene Ereignisse besser zu verstehen. Sie verlangt aber Fachwissen, Kenntnis der Rechtslage und ein hohes Maß an Verantwortung.
Wer die Vorschriften kennt, Gefahren ernst nimmt und Funde respektvoll behandelt, gewinnt einen faszinierenden Einblick in die Geschichte. Die Sicherheit steht immer an erster Stelle: Kein Fundstück ist es wert, Risiken durch Kampfmittel einzugehen oder gesetzliche Vorgaben zu missachten.
Gute Militaria-Sucher erkennt man daher nicht an der Zahl ihrer Funde, sondern an Fachwissen, Geduld, sorgfältiger Dokumentation und verantwortungsvollem Umgang mit den Zeugnissen der Geschichte.
Quellen & weiterführende Stellen
- Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (LGLN) – Jahresstatistik 2025
- Bundesarchiv – Personenbezogene Unterlagen militärischer Herkunft und Recherchen zu Erkennungsmarken
- Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege – Schatzregal (seit 2023)
- § 86a StGB – Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen











