Multi-IQ+ Simultanmultifrequenz, 2D-Zielidentifikationskarte, 10 Suchmodi & vollständige Unterwassertauglichkeit bis 5 m
Der Minelab Manticore ist das aktuelle Flaggschiff des australischen Herstellers Minelab und damit die technisch leistungsstärkste simultane Multifrequenzmaschine, die das Unternehmen je gebaut hat. Das Herzstück ist der weiterentwickelte Multi-IQ+-Motor, der laut Minelab 50 Prozent mehr Sendeleistung als die Equinox-Serie bereitstellt. Das herausragendste Alleinstellungsmerkmal gegenüber allen Wettbewerbern ist die 2D-Zielidentifikationskarte: Sie stellt erkannte Objekte gleichzeitig nach ihrer Leitfähigkeit (horizontal) und ihrer Eisenhaltigkeit (vertikal) auf einem Farbdisplay dar – eine Visualisierungstiefe, die bei keinem anderen Gerät in dieser Klasse so ausgearbeitet ist. Mit zehn anpassbaren Suchmodi, umfangreichen Audiooptionen, Handgriff-Vibration, eingebauter Taschenlampe und einem vollständig wasserdichten Carbonfaser-Gehäuse bis 5 m Tiefe ist der Manticore konsequent auf den Profi-Einsatz ausgerichtet. Der Preis von 1.999 Euro spiegelt diese Position unmissverständlich wider.
Minelab Electronics ist ein australischer Hersteller mit Hauptsitz in Mawson Lakes bei Adelaide, der seit Jahrzehnten zu den technologischen Vorreitern in der Metalldetektion zählt. Das Unternehmen hat mit dem Equinox die simultane Multifrequenztechnologie für ein breites Publikum zugänglich gemacht und mit dem CTX 3030 schon früh eine zweidimensionale Zielanzeige in das Hobbygerätesegment eingeführt. Der Manticore vereint beide Entwicklungslinien und treibt sie auf ein neues Niveau: schnellerer Motor, mehr Sendeleistung, überarbeitete Signalverarbeitung und eine deutlich weiterentwickelte 2D-Zielanzeige.
Intern trägt das Gerät die Modellnummer 3228-0200. Im Minelab-Sortiment ist der Manticore das Top-Modell der Münz- und Schatzsuche; lediglich die Gold-Spezialgeräte GPX 6000 und GPZ 7000 stehen in der Gesamthierarchie noch darüber – sind aber auf die reine Goldsuche in mineralisierten Böden spezialisiert. Für Sondengänger, die auf historischen Fundstellen, Parks, Feldern, Stränden und unter Wasser nach Münzen, Schmuck und Relikten suchen, ist der Manticore das technisch ausgereifteste Gerät von Minelab.
| Komponente | Details |
|---|---|
| Minelab Manticore | Steuereinheit mit großem Farb-LCD, eingebautem Lautsprecher, Taschenlampe, Handgriff-Vibration und magnetischem USB-Ladeanschluss |
| M11 Suchspule (28 cm, rund) | Doppel-D-Spule, vollständig wasserdicht (IP68) bis 5 m, inkl. Spulenschutz; Allround-Spule für alle Geländetypen |
| ML-105 Wireless-Kopfhörer | Kabellose Low-Latency-Kopfhörer mit proprietärem Minelab-Funkprotokoll; nicht wasserdicht |
| Carbonfaser-Teleskopgestänge | 3-teilig, kompakt faltbar; ausgezogen 144 cm / eingezogen 63 cm; verstellbare Armstütze |
| 3,5-mm-Kopfhörerkabel | Für kabelgebundene Kopfhörer an der wasserdichten 3,5-mm-Buchse (mit Schutzklappe) |
| USB-Ladekabel | Magnetisch einrastender Ladestecker; kompatibel mit Windows und macOS für Firmware-Updates |
| 5× Displayschutzfolien | Für den Schutz des großen Farb-LCD-Panels |
| Kopfhörertasche | Schutztasche für den ML-105-Kopfhörer |
Kein Pinpointer und kein Transportkoffer im Lieferumfang. Der mitgelieferte ML-105-Kopfhörer ist nicht wasserdicht – für Unterwassereinsätze wird die Handgriff-Vibration oder ein separater wasserdichter Kopfhörer mit Kabel (über die 3,5-mm-Buchse) benötigt. Optional erhältlich sind die Suchspulen M9 (23 cm, elliptisch), M15 (38 × 30 cm, groß) sowie der Minelab Pro-Find 40 Pinpointer.
| Merkmal | Wert / Beschreibung |
|---|---|
| Technologie | Multi-IQ+ – simultane Mehrfrequenz (Minelab-Eigenentwicklung, Weiterentwicklung von Multi-IQ) |
| Betriebsfrequenzen | Multi-IQ+ (simultane Mehrfrequenz), 5 kHz, 10 kHz, 15 kHz, 20 kHz, 40 kHz (Einzelfrequenzen wählbar) |
| Suchmodi | 10 anpassbare Modi: 5× All-Terrain, 4× Beach, 1× Goldfield |
| Leitwert-IDs | 0–99 (Nicht-Eisen); 0–99 rot (Eisen) – zweidimensionale Darstellung auf der 2D-ID-Karte |
| 2D-Zielidentifikation | Grafische 2D-ID-Karte: horizontale Achse = Leitfähigkeit (0–99), vertikale Achse = Eisenhaltigkeit (FE-CO-Darstellung) |
| Empfindlichkeit | 1–35 Stufen |
| Reaktionsgeschwindigkeit | 0–8 Stufen (Recovery Speed) |
| Eisen-Grenzwerte | Obere Eisengrenze: 0–14; Untere Eisengrenze: 0–9; benutzerdefinierbar 1–4 |
| Audiotöne | 1, 2, 5 Töne (Bit-Töne) oder Regions-Töne; Audiomodi: Normal, Enhanced, Continuous Pitch (VCO) |
| Lautstärke | Ziellautstärke 0–25; Eisenlautstärke 0–25; Tonschwelle 0–25; Tonhöhe 1–50 |
| Lautstärke-Profile | Simple, Medium, Rich (drei Gesamtlautstärkeprofile) |
| Bodenabgleich | Automatisch, manuell, kontinuierliches Tracking |
| Rauschunterdrückung (EMI) | Auto, kontinuierlich Auto, manuell (–9 bis +9) |
| Tiefenanzeige | 5 Stufen |
| Pinpoint | Ja, dedizierte Taste |
| Beleuchtung | Display (10 Stufen manuell oder automatisch), beleuchtete Tastatur, eingebaute Taschenlampe, Spulenbeleuchtung (M11) |
| Vibration | Im Handgriff integriert – ideal für Unterwassersuche oder laute Umgebungen |
| Audioausgänge | Eingebauter Lautsprecher; 3,5-mm-Kopfhörerbuchse (wasserdicht mit Schutzkappe); drahtlose Low-Latency-Übertragung (ML-105) |
| Akku | Integrierter Li-Ion-Akku; Laufzeit ca. 10 Stunden; Ladezeit ca. 7 Stunden |
| Laden | Magnetischer USB-Ladeanschluss (proprietär) |
| Firmware-Updates | Per USB-Kabel, Windows und macOS kompatibel |
| Wasserdichtigkeit | IP68, vollständig bis 5 m (Steuereinheit + M11-Suchspule); ML-105-Kopfhörer nicht wasserdicht |
| Gestängelänge | 63 cm (eingezogen) bis 144 cm (ausgezogen) |
| Gewicht | Ca. 1,3 kg |
| Herkunft | Minelab Electronics Pty Ltd, Mawson Lakes, Australien; EU-Ansprechpartner: Minelab International Ltd, Cork, Irland |
Multi-IQ+ ist Minelabs aktuelle Generation der simultanen Multifrequenztechnologie und die direkte Weiterentwicklung des Multi-IQ, das bereits im Equinox zum Einsatz kam. Der entscheidende Unterschied zum Vorgänger liegt in drei Bereichen: höhere Sendeleistung, breiterer Frequenzbereich und eine vollständig überarbeitete digitale Signalverarbeitung.
Multi-IQ+ überträgt nach Herstellerangaben 50 Prozent mehr Energie durch die Suchspule als der Equinox-Motor und tut dies über einen erweiterten Frequenzbereich. Das Ergebnis ist eine höhere Signalstärke auf schwachen oder tiefliegenden Zielen. In der Praxis äußert sich das in einer saubereren, besser reproduzierbaren Signalantwort auch bei Objekten, die knapp an der Grenze der Detektierbarkeit liegen – ein Unterschied, den erfahrene Sondengänger im direkten Vergleich zwischen Manticore und Equinox 900 häufig bestätigen.
Die verarbeitungsseitige Neuentwicklung zeigt sich vor allem in der Ziel-ID-Stabilität: Der Manticore zeigt für dasselbe Objekt über die gesamte Breite des Überfahrens stabilere Leitwerte als der Equinox. Das vereinfacht die Identifikationsentscheidung, besonders auf stark mineralisierten Böden oder an der Grenze zwischen Eisen und Nicht-Eisen. Die Reaktionsrate (Recovery Speed) lässt sich in acht Stufen einstellen, was eine Feinabstimmung zwischen maximaler Trennschärfe bei dicht liegenden Zielen und größter Empfindlichkeit auf schwache Signale ermöglicht.
Neben dem simultanen Multi-IQ+-Modus stehen die Einzelfrequenzen 5, 10, 15, 20 und 40 kHz zur Verfügung. Niedrige Frequenzen (5 kHz) eignen sich für tiefe, großvolumige Targets und mineralisierungsarme Böden; hohe Frequenzen (20, 40 kHz) für kleine Münzen, Goldschmuck und Goldnuggets. Die Möglichkeit, bei Bedarf auf Einzelfrequenz zu wechseln, erlaubt eine gezielte Anpassung an besondere Suchbedingungen, ohne auf ein anderes Gerät ausweichen zu müssen.
Der Equinox nutzte einen breiteren Frequenzbereich als klassische Einfrequenzgeräte, arbeitete aber mit niedrigerer Sendeleistung. Multi-IQ+ erhöht diese Leistung signifikant und verbessert die Verarbeitungsarchitektur, die jetzt mehr Rechenkapazität für die 2D-ID-Auswertung bereitstellt. Der Manticore-Leitwertbereich reicht von 0 bis 99 (gegenüber 0 bis 40 beim Equinox), was eine feinere Differenzierung – besonders im mittleren Leitwertebereich – ermöglicht.
Das technisch markanteste Feature des Manticore ist die zweidimensionale Zielidentifikationskarte. Während konventionelle Detektoren ein erkanntes Objekt als einzelne Zahl (Leitwert) auf dem Display anzeigen, stellt die 2D-ID-Karte des Manticore jedes Signal als grafischen Punkt in einem zweidimensionalen Koordinatensystem dar.
Die horizontale Achse repräsentiert die Leitfähigkeit des erkannten Objekts (0–99): Links liegen schlecht leitende Materialien wie kleine Eisenteile oder Aluminiumfolie, rechts gut leitende Materialien wie Silber oder Kupfer. Die vertikale Achse zeigt die Eisenhaltigkeit (Ferrous-Wert) des Signals an. Nicht-eisenhaltige Ziele erscheinen entlang der Mittellinie oder darunter; Eisenteile verschieben sich nach oben. Kleine Eisenteile zeigen sich oben, größere eisenhaltige Objekte weiter unten.
Jedes erkannte Signal hinterlässt eine Spur – einen Punkt oder eine Markierung – deren Helligkeit und Größe von der Signalstärke abhängt. Stärke des Signals, Größe und Tiefe des Objekts sind so intuitiv ablesbar, bevor der erste Spatenstich gemacht wird. Gemischte Signale, etwa ein Nicht-Eisen-Objekt dicht neben einem Nagel, erzeugen charakteristische Spurmuster, die sich von sauberen Einzelzielen unterscheiden – ein echter Informationsgewinn gegenüber der klassischen Leitwertanzeige.
Auf der 2D-Karte lassen sich Eisen-Grenzwerte als visuelle Trennlinie einstellen. Targets oberhalb der Linie werden als Eisen klassifiziert und können durch Diskriminierung stummgeschaltet werden; Targets darunter werden als Nicht-Eisen behandelt. Diese Grenzlinie ist stufenweise einstellbar: Wer maximal viele Targets demaskieren möchte, wählt eine hohe Grenzwerteinstellung; wer auf sauberem Gelände Eisen aggressiv herausfiltert, setzt die Grenze niedriger. Das gibt dem Sondengänger eine Kontrolle, die weit über das hinausgeht, was eine simple Diskriminierungsanzeige bietet.
Auf stark verschrotten Flächen – Burghänge, mittelalterliche Siedlungen, alte Lagerplätze – ist die 2D-Anzeige ein deutlicher Vorteil. Targets, die auf einem klassischen Detektor einen ähnlichen Leitwert zeigen (z.B. eine versilberte Fibel und ein Kronkorken), können auf der 2D-Karte durch unterschiedliche Eisen-Signaturen differenziert werden. Auf wenig verschrotteten Wiesen ohne Eisenproblem ist der Mehrwert weniger ausgeprägt – dort genügt oft der klassische Leitwert.
Der Manticore bietet zehn werkseitig vorkonfigurierte Suchmodi, die in drei Gruppen unterteilt sind. Jeder Modus ist vollständig individualisierbar: Empfindlichkeit, Reaktionsrate, Audioprofil, Eisen-Grenzwerte und Diskriminierungsmuster lassen sich pro Modus separat speichern. Ein benutzerkonfigurierbarer Softkey-Taster erlaubt den direkten Zugriff auf eine frei belegbare Funktion.
Für Parks, Felder, Wälder und historische Fundstellen. Verschiedene Voreinstellungen für unterschiedliche Bodenmineralisierung, Schrottaufkommen und Zielgrößen – von der Münzsuche auf dem Parkrasen bis zur Reliktsuche auf dem Acker.
Optimiert für trockenen Sand, nassen Strandsand, Brandung und Salzwasser. Vier separate Strandprogramme berücksichtigen die unterschiedliche Leitfähigkeit und Mineralisierung dieser Umgebungen. Vollständige Unterwassertauglichkeit bis 5 m.
Für die Suche nach Goldnuggets in mineralisierten Böden. Betont hohe Frequenzanteile und erhöhte Empfindlichkeit auf kleine, schwach leitende Objekte. Geeignet für historische Goldgräbergebiete und mineralisierte Bergbaulandschaften.
Die Werkseinstellungen des Manticore sind – anders als bei vielen Profigeräten – so abgestimmt, dass sie auch ohne tiefes Einarbeiten gute Ergebnisse liefern. Mehrere Nutzerberichte bestätigen, dass der Manticore bereits ab Werk und ohne Feinjustierung konkurrenzfähige Fundquoten erzielt. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten sind als Werkzeug für erfahrene Sondengänger gedacht, nicht als Pflichtprogramm für jeden.
Das Audiosystem des Manticore bietet eine Konfigurationstiefe, die in dieser Geräteklasse üblich ist, aber im Detail durchdacht wirkt. Neben den klassischen Tonanzahl-Optionen (1, 2 oder 5 Töne) gibt es drei grundsätzliche Audiomodi:
Klassische diskrete Ton-Ausgabe wie beim Equinox 800 – vertraut für alle, die von der Equinox-Serie wechseln. Klar, direkt, gut für strukturierte Suchroutinen geeignet.
Nuanciertere Tonausgabe mit mehr akustischer Information pro Signal. Unterschiede in Tiefe, Größe und Objektcharakter werden deutlicher hörbar. Empfohlen für erfahrene Sondengänger.
Tonhöhe variiert kontinuierlich mit der Signalstärke – je näher das Objekt, desto höher der Ton. Klassisches VCO-Verhalten wie bei Allmetall-Modi älterer Geräte. Gut für maximale Tiefeninformation durch akustisches Feedback.
Ziellautstärke, Eisenlautstärke, Tonschwelle und Tonhöhe sind jeweils separat einstellbar – eine Flexibilität, die auf stark verschrotten Flächen hilft, relevante Signale aus dem Hintergrundrauschen herauszuarbeiten. Drei Lautstärkeprofile (Simple, Medium, Rich) erlauben eine schnelle Gesamtanpassung ohne einzelne Parameter anfassen zu müssen.
Der mitgelieferte ML-105 überträgt Audio über Minelabs proprietäres Low-Latency-Funkprotokoll. Die Latenz ist nach Nutzererfahrungen klar hörbar niedriger als Standard-Bluetooth, was bei schnellem Schwenken relevant ist. Der Kopfhörer ist leicht und angenehm zu tragen, aber nicht wasserdicht – bei Unterwassereinsatz muss auf die Handgriff-Vibration oder einen kabelgebundenen Kopfhörer über die 3,5-mm-Buchse ausgewichen werden.
Die in den Handgriff integrierte Vibration ist besonders für die Unterwassersuche praktisch: Kopfhörer ab, Gerät tauchen, auf Vibration verlassen. Das ermöglicht eine komfortablere Unterwassersuche, ohne auf akustische Signale angewiesen zu sein. Auch bei lauten Umgebungen (Wind, Brandung) ist die Vibration eine nützliche Ergänzung zum Ton.
Im Lieferumfang des Manticore ist die M11-Doppel-D-Suchspule (28 cm, rund) enthalten. Sie ist vollständig wasserdicht (IP68) bis 5 m, verfügt über eine eigene Beleuchtung und gilt als ausgewogene Allround-Spule für die meisten Einsatzbereiche. Minelab bietet zwei optionale Spulen an, die das Einsatzspektrum erweitern:
Universelle Allround-Spule. Gute Balance zwischen Suchtiefe, Flächenabdeckung und Trennschärfe. Geeignet für nahezu alle Einsatzbereiche von Park bis Strand und Unterwasser.
Die leichteste Manticore-Spule (ca. 362 g). Besonders für stark verschrotten Böden mit hohem Eisenaufkommen, kleine Objekte und enge Geländeabschnitte. Wegen ihrer flachen Form auch gut für Unterwassereinsatz geeignet – geringerer Strömungswiderstand.
Tiefensuchspule für maximale Flächenabdeckung auf offenem Gelände. Deutliche Tiefegewinne bei großen Targets. Empfohlen für weitläufige Felder und Suche nach tieferliegenden Relikten.
Alle drei Manticore-Spulen (M9, M11, M15) sind ausschließlich mit dem Manticore kompatibel – sie passen weder an den Equinox noch an andere Minelab-Modelle. Wer bereits Equinox-Spulen besitzt, kann diese nicht weiterverwenden. Das Spulenökosystem des Manticore ist derzeit kleiner als das anderer High-End-Systeme, aber für die meisten Einsatzszenarien vollständig ausreichend.
Mit einem Gesamtgewicht von ca. 1,3 kg liegt der Manticore im Mittelfeld des High-End-Segments. Das dreiteilige Carbonfaser-Gestänge ist kompakt, stabil und lässt sich von 63 cm auf 144 cm ausziehen. Die verstellbare Armstütze und der ergonomisch geformte Griffbereich bieten auch bei langen Suchgängen angenehmen Halt.
Das große Farb-LCD-Panel des Manticore ist eines der am deutlichsten ablesbaren Displays im Vergleichsfeld. Minelab hat Größe, Kontrast und Informationsdichte gut ausbalanciert: Leitwert, 2D-ID-Karte, Suchmodus, Empfindlichkeit, Akkuladestand und Statussymbole sind ohne Einarbeitung lesbar. Die Displayhelligkeit ist in zehn Stufen manuell regelbar oder auf automatische Umgebungsanpassung einstellbar.
Weitere Komfortmerkmale im Feld: eine eingebaute Taschenlampe an der Steuereinheit für Arbeit in der Dämmerung oder in dunklen Gräben, ein beleuchtetes Tastenfeld und die bereits erwähnte Handgriff-Vibration. Das Laden erfolgt über einen magnetischen Anschluss, der sich ohne genaues Ausrichten einstecken lässt – ein kleines, aber im Alltag praktisches Detail.
Ein Aspekt, der in Nutzererfahrungen gelegentlich erwähnt wird: Das Verbindungskabel zwischen Steuereinheit und Suchspule verläuft außen am Gestänge – nicht innenliegend wie beim CTX 3030. Das ist eine konstruktive Entscheidung, die das Gewicht reduziert, aber am Gestänge gelegentlich als störend empfunden wird. In der Praxis ist es ein marginales Thema, das den Suchalltag nicht nennenswert beeinträchtigt.
Der Minelab Manticore ist mit 1.999 Euro das teuerste Gerät im direkten Vergleichsfeld der Münz- und Schatzsuche. Sein nächster Wettbewerber aus dem eigenen Haus, der Minelab Equinox 900, kostet rund 500 Euro weniger und bietet ebenfalls simultane Multifrequenz, aber ohne die 2D-ID-Karte und mit niedrigerer Sendeleistung. Der Unterschied ist real und in anspruchsvollen Einsatzsituationen – mineralisierten Böden, dicht belegten Fundstellen, stark verschrotteten Arealen – klar spürbar.
Gegenüber dem XP DEUS II (ab ca. 1.300–1.600 EUR je Konfiguration) positioniert sich der Manticore mit der 2D-ID-Karte und dem größeren Display als visuell informationsreichere Alternative; der DEUS II punktet mit seinem vollständig kabellosen System, dem umfangreicheren Spulenökosystem, dem deutlich leichteren Gewicht und dem True-Stereo-Audiosystem. Beide sind technisch auf ähnlichem Niveau – die Präferenz hängt davon ab, ob man Wert auf visuelle Zielinformation (Manticore) oder akustische Tiefe und maximale Bewegungsfreiheit (DEUS II) legt.
Im Vergleich zum Nokta Legend 2 (1.099 EUR) bietet der Manticore die 2D-Zielidentifikation, höhere Sendeleistung und das ausgereiftere Spulenökosystem – der Legend 2 ist dafür günstiger, leichter, kommt mit zwei Suchspulen ab Werk und erlaubt kabellose Firmware-Updates. Für viele Sondengänger wird der Preisunterschied von 900 Euro die entscheidende Frage sein.
| Kriterium | Wertung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Ortungsleistung | ★★★★★ | Multi-IQ+ mit 50 % mehr Leistung als Equinox – beste Tiefenwirkung im Münzsuchersegment |
| 2D-Zielidentifikation | ★★★★★ | Einzigartiges Alleinstellungsmerkmal im Segment; grafische Eisen/Nicht-Eisen-Differenzierung |
| Frequenzflexibilität | ★★★★★ | Multi-IQ+ + 5 Einzelfrequenzen; gut, aber schmaler als 49 Stufen beim DEUS II |
| Ergonomie / Gewicht | ★★★★★ | 1,3 kg, gut ausbalanciert; Kabel außen am Gestänge ist ein kleiner Abzug |
| Bedienkomfort | ★★★★★ | Großes Display, intuitive Tastatur, ab Werk einsatzbereit ohne lange Einarbeitung |
| Audiosystem | ★★★★★ | 3 Audiomodi, 5 Tonregionen, separat regelbar – hervorragende Konfigurationstiefe |
| Akkulaufzeit | ★★★★★ | Ca. 10 h Betrieb; Ladezeit von 7 h ist im Vergleich lang |
| Wasserdichtigkeit | ★★★★★ | IP68 bis 5 m – Steuereinheit und M11-Spule vollständig tauchtauglich |
| Lieferumfang | ★★★★★ | Nur eine Suchspule; Kopfhörer nicht wasserdicht; kein Pinpointer |
| Preis-Leistung | ★★★★★ | 1.999 EUR ist viel – die Technik rechtfertigt es, aber der Abstand zu Alternativen ist spürbar |
| Verarbeitungsqualität | ★★★★★ | Carbonfaser-Gestänge, robustes Gehäuse, hochwertiges Farb-LCD – Premium-Niveau |
Der Minelab Manticore ist das leistungsstärkste simultane Multifrequenzgerät, das Minelab je für die Münz- und Schatzsuche gebaut hat. Die Kombination aus dem weiterentwickelten Multi-IQ+-Motor und der 2D-Zielidentifikationskarte ergibt ein System, das in dieser Form kein anderer Hersteller so konsequent umgesetzt hat. Wer auf stark verschrotten Fundstellen arbeitet, auf mineralisierten Böden nach schwachen Signalen sucht oder schlicht das visuelle Informationsmaximum vor dem Graben haben möchte, findet im Manticore das technisch ausgereifteste Instrument auf dem Markt.
Die Werkseinstellungen sind dabei so gut abgestimmt, dass der Manticore auch für Sondengänger ohne tiefe Geräteerfahrung von Beginn an gute Ergebnisse liefert. Das ist für ein Profigerät dieser Komplexität keine Selbstverständlichkeit. Wer die Einstellungsmöglichkeiten dann Schritt für Schritt erschließt – Eisen-Grenzwerte, Audiokonfiguration, 2D-Karten-Interpretation – wird feststellen, dass die Lernkurve langfristig kontinuierlich Früchte trägt.
Der Preis von 1.999 Euro ist die einzige wirkliche Einschränkung: Er ist höher als der des XP DEUS II in vielen Konfigurationen und fast doppelt so hoch wie der des Nokta Legend 2. Wer diesen Betrag investieren kann und will, bekommt dafür das technisch durchdachteste Allround-Hochleistungsgerät im Münzsuchersegment. Wer ein funktional starkes Multifrequenzgerät mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, wird mit dem Equinox 900, dem Legend 2 oder dem DEUS II ebenfalls exzellent bedient.
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